Kunst
Für die Fans ist Maler Eddie Bollier zu billig

Der seit über 35 Jahren in der Stadt Solothurn wohnhafte Zürcher stellt dieses Wochenende zum fünften Mal seine Werke aus — zum ersten Mal aber in der Ambassadorenstadt.

Anina Mathivannan
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Eddie Bollier vor einer seiner Malereien der Ausstellung im Rothus.

Eddie Bollier vor einer seiner Malereien der Ausstellung im Rothus.

Anina Mathivannan

Eigentlich ist Eddie Bollier Projektentwickler und Gestalter in der Architektur und Raumplanung. Doch einen Ausgleich zum Beruf braucht jeder. Und genau diesen hat er in der Malerei gefunden. Der seit über 35 Jahren in der Stadt Solothurn wohnhafte Zürcher stellt dieses Wochenende zum fünften Mal seine Werke aus — zum ersten Mal aber in der Ambassadorenstadt.

Freude wichtiger als Gewinn

Genau an seinem 60. Geburtstag findet die Vernissage seiner ersten Ausstellung in der Rothus-Halle statt. Alle zwei Jahre stellt Bollier seine Malereien aus. Rund siebzig Prozent der Werke werden an diesen Anlässen auch verkauft. Seine Bekannten würden ihn sogar schon beschimpfen, er verkaufe seine Werke zu billig, doch Bollier meint: «Mich freut und motiviert es sehr, wenn ich die Käufer, oft auch jüngere, sehe, die Freude an meinem Bild haben, das neu ihnen gehört. Das ist mir viel mehr Wert als etwa der Gewinn.»

Um einen Ausgleich zur Berufstätigkeit zu finden, fing er eigentlich an zu malen. Doch je mehr Kurse er besuchte, desto mehr packte ihn die Malerei. «Die Kurse beim Zürcher Kunstmaler Alexander Jeanmaire waren schliesslich ausschlaggebend, sodass aus meiner einfachen Nebentätigkeit ein ernsthaftes Hobby wurde», sagt der heute 60 Jahre alt gewordene Hobbykünstler.

Werke eines «Amateurs»

Ganz anders als beim exakten, grafischen Pendant in seinem Hauptberuf übt Eddie Bollier in seinem Hobby die abstrakte Acrylmalerei aus. Die schnelltrocknende Acrylfarbe biete sich dabei perfekt an für den ungeduldigen Hobbymaler. Auch wenn er beim Malen den Kopf bei sich haben muss, geniesst der Maler die Gemeinschaft im Atelier 13 in Altreu. Ihm sei es wichtig, im Austausch mit anderen Künstlern zu bleiben.

Teil einer Galerie sind die Werke von Bollier aber noch nie gewesen. «Bei den ‹richtigen› Künstlern sind die Werke eines Amateurs wie mir nicht willkommen», sagt er mit einem Schmunzeln im Gesicht. Das sei ihm aber auch nicht so wichtig, denn er wisse selbst, dass er maltechnisch noch in den Kinderschuhen stecke. Aber der Hobbykünstler ist zuversichtlich. Er habe vor, in der Zukunft der Malerei mehr Zeit zu widmen. Im Moment freut er sich aber auf seine erste Ausstellung in Solothurn. Die Ausstellung biete einen angenehmen Ort für Kunstliebhaber, aber vor allem auch für Leute, die interessiert an den Geschichten hinter den farbigen Bildern von Bollier sind. Zusammen mit seiner Frau wird er während der gesamten Ausstellungszeit vor Ort sein und die Gäste empfangen, die sich auf spannende Gespräche vor den farbenfrohen Wänden der Rothus-Halle freuen können.

Öffnungszeiten Freitag, 18. August, 17 bis 19 Uhr (Vernissage), Samstag, 19. August, 10 bis 19 Uhr, Sonntag, 20. August, 11 bis 18 Uhr