Rückblick
Für den FC Solothurn geht es finanziell und sportlich bergauf

Das Ende der langen Durststrecke des FC Solothurn ist in Sicht: Der Klub hat eine sehr erfolgreiche Saison hinter sich. Die Schulden konnten verringert und Einnahmen erhöht werden. Ausserdem ist das sportliche Gesamtbild im Rückblick überzeugend.

Pius Rüegger
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Die ganz dürren Zeiten sind im Stadion Solothurn fürs Erste vorbei.

Die ganz dürren Zeiten sind im Stadion Solothurn fürs Erste vorbei.

Wolfgang Wagmann

Stürmisch ging es am Donnerstagabend draussen zu und her, nicht jedoch an der 114. Generalversammlung des FC Solothurn im Kursraum des Stadions. Präsident Samuel Scheidegger durfte an seiner Premiere auf «eine erfolgreiche Saison auf und neben dem Fussballplatz» zurückblicken. «Wir konnten das Spektakel herausnehmen», resümierte er.

Seiner neuen jungen Führungscrew gelang der Kraftakt – sportlich der vierte Schlussrang, finanziell ein Gewinn von 94 734 Franken. Die Schuldenlast konnte auf 64 075 Franken reduziert werden. Wie der für den Abschluss zuständige externe Finanzfachmann Michael «Mats» Hubler ausführte, konnte auch der Restbetrag von 35 000 Franken für den Kunstrasen an die Stadt Solothurn zurückbezahlt werden. Dank der Crowdfunding-Aktion, dem neuen Kooperationsvertrag mit dem FC Basel sowie den Beiträgen von Kanton und Stadt für Jugend+Sport resultierten um 60 000 Franken höhere Einnahmen von insgesamt 839 881 Franken.

FC Basel zahlt nicht mehr mit

Während der Aufwand für die Erstliga-Mannschaft um 25 000 Franken auf 260 000 Franken sank, stieg der Aufwand beim Nachwuchs massiv um 90 000 auf 225 000 Franken an. «Es müssen wieder sämtliche Löhne und Spesen für die Trainer bezahlt werden, denn bisher wurden verschiedene U-Trainer vom FC Basel bezahlt», erklärte Hubler. «Wir haben es praktisch geschafft, den Verein zu sanieren und verfügen jetzt über eine gesunde Liquidität», stellte der Präsident fest.

Weil weiterhin ein Hauptsponsor fehlt, sieht der Voranschlag für die laufende Saison nur noch einen Gewinn von 3105 Franken vor. «Wir wollen nicht über unsere Verhältnisse leben», sagt Scheidegger. Für die erste Mannschaft sind 322 600 Franken und für den Nachwuchs 225 000 Franken reserviert.

«Das ist cool»

Sportlich blickte sowohl für seinen Bereich wie für die erste Mannschaft Chef Nachwuchs Ronald Vetter zurück; Sportchef Francisco Fernandez weilt beruflich in Bogotá. Auf den ersten Blick zeigte sich Vetter mit dem Nachwuchs zufrieden. «Das Gesamtbild ist positiv, wenn auch nicht alles erreicht werden konnte», sagte er. Fernandez liess durch Vetter ausrichten, «dass wir zuletzt viele Saisons erlebt haben mit Zittern bis zum Schluss.» Nach langer Zeit sei dies nicht mehr der Fall gewesen. Die Schlussphase konnte relaxed genossen werden – «das ist cool». «Wir machten einen Schritt vorwärts und sind als Sprungbrett-Verein gefordert», freute sich Scheidegger.

Gesucht wird ein Trikot-Sponsor

Aus der Geschäftsleitung zieht sich der Finanzverantwortliche Giovanni Bartolotta zurück. Seine Funktion übernimmt zusätzlich Kommunikationschef Fabian Brunner. Neu in die Geschäftsleitung gewählt wurde dagegen Marco Lupi als Leiter Marketing. «Mein Hauptziel wird es sein, einen Leibchen-Sponsor zu finden, was in der Region Solothurn nicht einfach sein dürfte», erklärte Lupi. Seit 1997 fungiert Jürg Naegeli als Presseverantwortlicher und Platzspeaker. Für diese Verdienste wurde der krankheitshalber Abwesende zum Ehrenmitglied ernannt.

In seinem Schlusswort vor den 42 Klubmitgliedern zeigte sich Ehrenpräsident André Miserez «äusserst beeindruckt von der Arbeit in der Geschäftsleitung und im Vorstand. In den letzten Jahren konnten wir nie mehr so freudige Nachrichten zur Kenntnis nehmen». Als Dankeschön für die «extrem gute Arbeit» forderte Miserez zu einer «Standing Ovation» auf.

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