«Industrie»
Fukushima-Effekt in der Quartierbeiz in Solothurn

Als erstes Restaurant der Stadt hat das Quartierrestaurant eine Photovoltaikanlage erhalten. Auf das gesamte Jahr verteilt kann der Strombedarf der Liegenschaft so rund zu einem Drittel mit Solarstrom abgedeckt werden.

Claudia Hofer
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«Nach der Atomkatastrophe in Japan wollten wir auf den Zug der alternativen Energien aufspringen», begründet Reiner Bernath, Präsident des Trägervereins «Café de l’Industrie», den Vorstands-Entschluss, auf dem Gebäudedach des Restaurants eine Photovoltaikanlage zu montieren.

Als im Jahr 1986 der damalige Besitzer Harry Droz das Wirte-Dasein an den Nagel hängte und dem Café das Aus drohte, ergriff Christian Schweizer die Initiative und gründete mit anderen Quartieranwohnern einen Verein. Sie legten Geld zusammen und erwarben mit 100000 Franken Eigenkapital die geschichtsträchtige Liegenschaft. Mit den Jahren traten auch mehr Mitglieder dem Verein bei, mittlerweile ist die Zahl auf 160 Unterstützer angestiegen.

Fallen kleinere Investitionen am Gebäude an, berappt der Verein diese durch die Mietzinse. Für die Photovoltaikanlage, die mit 40000 Franken zu Buche schlug, wurde das Eigenkapital mittels Darlehensbeträgen einmalig erhöht, denn: «Allein die 60 Franken Mitgliederbeitrag pro Nase reichen dafür nicht aus», so Bernath.

Licht kann optimal genutzt werden

«Das Haus ist hoch, das Dach südlich ausgerichtet und so musste nur ein Baum gestutzt werden, damit die Lichteinstrahlung optimal genutzt werden konnte», beschreibt Reiner Bernath die optimale Lage der Liegenschaft für die Montage der Solarmodule. Wird im Restaurant Industrie das Gemüse nun neu mit Solarstrom vom eigenen Dach gedämpft?

Tatsächlich kann der Strombedarf des gesamten Gebäudes, das neben dem Restaurant noch ein Coiffeur-Geschäft und drei Mietwohnungen beherbergt, nicht vollständig mit dem Solarstrom abgedeckt werden. «In den Monaten Juni, Juli und August reicht die Sonneneinstrahlung quasi für das ganze Gebäude aus.

«Die eingesparte Energie ist am umweltfreundlichsten»

Auf das gesamte Jahr verteilt, kann der Strombedarf der Liegenschaft aber nur zu einem Drittel mit Solarstrom abgedeckt werden», erzählt Bernath weiter. Für ihn war das aber kein Dämpfer, sondern im Gegenteil ein Ansporn, zu versuchen, noch mehr Energie einzusparen. Parallel zum Bau der Photovoltaikanlage hatte der Verein mithilfe der Regio Energie das Haus genauer unter die Lupe genommen und geschaut, wo viel Strom verbraucht wird.

«Am umweltfreundlichsten ist schliesslich immer noch die eingesparte Energie», unterstreicht Bernath und betont: «Tatsache ist, dass eine Liegenschaft mit Restaurant im Vergleich zum Einfamilienhaus einen grösseren Strombedarf hat. Wir wissen aber jetzt wo die ‹Stromfresser› liegen und wollen diese in Kürze ersetzen.»

Anschaffungen wie zum Beispiel neue Gefriertruhen werden an der nächsten Generalversammlung des Vereins ein Thema sein. Dabei informiert der Vorstand seine 160 Mitglieder über den Bau der 40000 Franken teuren Solaranlage.