Gut 1000 Aktionäre durfte die Regiobank Solothurn in den letzten Jahren jeweils in der Sporthalle Zuchwil begrüssen – am Donnerstagabend war der Ansturm auf die zum GV-Saal umfunktionierte Eissporthalle mit 1633 Aktionären auf einem absoluten Rekordhoch. Orchestriert von der Pepe Lienhard Band im weissroten Rosenmeer bot das Marketingteam der Bank, geleitet von Sabine Agneus, ein buntes Programm.

Charmant moderierte die sympathische Tessiner Conferencière Christa Rigozzi ein Kurzinterview mit VR-Präsident Felix Leuenberger und CEO Markus Boss, unterhaltsam und witzig nahm das Theater Mausefalle die Aktionärsfamilie mit auf eine Zeitreise durch die 150 Jahre Regiobank. 

Üppig fiel nicht nur die sinnbildliche Geburtstagstorte aus, denn die Aktionäre durften sich neben der ordentlichen Dividende von 66 Franken über einen Jubiläums-Zustupf von 14 Franken pro Aktie freuen. Mit 75 Neuaktionären zählt die Regiobank jetzt 5718 Anteilseigener. «Wir steuern also die 6000er-Grenze an», freute sich Felix Leuenberger und machte auf einen weiteren Vorteil «seiner» Aktionäre aufmerksam: Die Regiobank-Aktie ist seit dem Jahresbeginn 2014 von 3100 auf nun rund 3800 Franken Wert gestiegen ...

Vorsicht ist Trumpf

Bevor die Jubiläums-Festivitäten in Gang kamen, musste noch der geschäftliche Teil des Abends bewältigt werden – wobei alle Traktanden einmütig abgesegnet wurden. Felix Leuenberger tönte bereits an, was Markus Boss in seinem Jahresbericht noch präzisieren sollte: «Wir haben im letzten Jahr ganz bewusst konsolidiert und das Tempo etwas reduziert. Dies allerdings nur bei den Kundenausleihungen und im Bilanzsummenwachstum, nicht aber bei der Steigerung des Eigenkapitals, des ökononomischen Gewinns oder bei der Reservenbildung» (vgl. Zahlenkasten rechts). Für die nächsten fünf Jahre bis 2020 habe man eine neue Strategie festgelegt, es handle sich – so Leuenberger – um eine «ambitionierte, herausfordernde und nicht immer bequeme Strategie». 

In diesem Zusammenhang erwähnte der VR-Präsident auch den Ausbau der Geschäftsleitung von drei auf vier Mitglieder. Neu gehört seit März Thomas Meuli als Leiter Privatkunden und Leiter der Filialen in den fünf Marktgebieten dazu.

Low statt high risk

CEO Markus Boss zeigte auf, wie sich die Regiobank im heiklen Geschäftsumfeld mit Negativzinsen und tieferen Renditen bewegt. Gehe die Konkurrenz teilweise mit aggressivem Geschäftsgebaren hohe Risiken ein, so sei dies nicht die Sache der Regiobank. Dies habe dazu geführt, dass man Anfragen ablehnte «und auch einige bestehende Kunden zu Konkurrenzbanken mit tieferen Konditionen wechselten».

Aufgrund der Zinssituation hätten auch deutlich mehr, vor allem kommerzielle, Kunden als in den Vorjahren ihre Hypotheken amortisiert. 59 Mio. Franken Mehr-Amortisationen wurden laut Boss vereinbart, 10 Mio. mehr als im Vorjahr, dazu seien zusätzliche Amortisationen und Rückzahlungen von 100 Mio. Franken gekommen. Besonders aber freute sich Boss über die nicht einmal mehr 200 000 Franken für Wertberichtigungen und Rückstellungen, «den tiefsten Wert, den wir je hatten». Sein Fazit: «Der Jahresabschluss ist durchweg erfreulich. Wir sind gleichmässig und stabil gewachsen.»