Giulietta Cocco (63), in Rom geboren, im Tessin aufgewachsen und heute in Solothurn lebend, arbeitet seit Jahren künstlerisch. Ursprünglich zur Innenarchitektin ausgebildet, hat sie sich vor Jahren schon der Keramik zugewandt. Vor zweieinhalb Jahren hat sie ein neues Material entdeckt: den Stein. «Wer mit Keramik arbeitet, muss loslassen können. Immer wieder mal geht etwas in die Brüche. Das sollte doch beim Stein anders sein, hab’ ich mir gedacht», erzählt sie.

Doch auch hier machte sie die Erfahrung, dass dieser harte Werkstoff ganz zerbrechlich sein kann. Und das Wichtigste: «Wer Stein bearbeitet, braucht einen starken Willen.» Es ist ein starkes Material, dem man als Künstler seinen Willen aufzwingt, seine Form geben will. Cocco wählt für ihre Objekte wertvolle und aussergewöhnliche Marmorarten, die sie dann gleich in der Toscana bearbeitet.

«Ich nutze lichte, lebendige Steine. Kein absolutes Weiss, aber auch ganz bestimmt kein Schwarz.» Typisch sind ihre hellen Skulpturen von Farbenbändern durchzogen oder gleich aus farbigem Stein. Umso schlichter, glatter und konsequenter sind ihre Formen. «Ich will meinen Arbeiten keine Titel geben», erklärt sie. Für jeden Betrachter habe ein Objekt eine andere Bedeutung, hat sie erfahren.

Die Seele berühren

«Für mich ist wichtig, dass meine Skulpturen wie der Klang von Musik die Seele des Betrachters berühren. Liebe und Geborgenheit vermitteln.» Die Künstlerin schafft segel- oder pfeilartige Objekte, archaisch anmutende Formen. Sie ringt mit dem Marmor, bearbeitet ihn bis zur Perfektion und kann ihn dann im richtigen Moment loslassen. «Für mich ist es ein grosses Kompliment, wenn der Betrachter meiner Skulpturen einen Moment lang zur Ruhe kommt.»
Freitagsgalerie, Kreuzgasse 5, Solothurn.

Bis 24. Februar; jeweils Fr von 16–20 Uhr o. n. Vereinbarung, Tel. 032 622 64 34/079 885 96 89