Auf dem Mittleren Brühl spielen derzeit 32 Mannschaften der sieben aktiven Fussballklubs - und müssen mit drei Duschen auskommen. «Wir stehen erst am Anfang, es existiert noch kein konkretes Projekt», dämpfte Andrea Lenggenhager, die Leiterin des Solothurner Stadtbauamtes, am Mittwochabend in der Trattoria City West die Hoffnungen der vielen Interessierten etwas.

Lenggenhager betonte, dass das Stadtbauamt das Stadion und das Mittlere Brühl gemeinsam angeschaut habe. «Wir haben alle Bedürfnisse aufgenommen und eine grobe Kostenberechnung für den Finanzplan der Stadt erstellt.» Ein konkretes Projekt werde im nächsten Jahr aufgegleist.

Kunstrasen ja aber

Lukas Reichmuth, der als Leiter der Abteilung Hochbau für den Bau der von Sportanlagen zuständig ist, erklärte die Analyse des Ist-Zustandes. Die Spielfelder seien zwar stark ausgelastet, aber in einem sehr guten Zustand. «Wir verstehen den dringenden Wunsch nach einem Kunstrasen im Mittleren Brühl», sagte Reichmuth. «Im Stadion hat es zwar grundsätzlich genug Garderoben, aber sie sind viel zu klein und es fehlen zwei Duschen», sagte er zu den Anlagen, die durch den FC Solothurn genutzt werden, der an diesem Abend nicht vertreten war. Er geht im Stadion von einem Flächenbedarf von 200 Quadratmetern aus.

Im Mittleren Brühl seien die Garderoben in einem sehr schlechten Zustand, dort brauche es zudem mindestens dreimal so viele Duschen wie heute. Lukas Reichmuth geht dort von einer benötigten Fläche von 800 Quadratmetern aus. Platz für ein neues Gebäude sei vorhanden, es werden verschiedene Varianten geprüft.

«Wir lieben es, zu bauen»

Im Mittleren Brühl könnten die Garderoben Ende 2016 und im Stadion 2017 fertig sein. «Wir vom Stadtbauamt lieben es, zu bauen», beantwortete Lenggenhager die Fragen nach der Verlässlichkeit der Termine, «aber es ist immer die Politik, die bestimmt, was wann gebaut werden kann.» 

Für einen Kunstrasenplatz werden zwei Varianten geprüft. Die erste anstelle des jetzigen Hauptplatzes, die zweite, von den Fussballklubs bevorzugte Variante, wäre eine Erweiterung der Anlage im Nordwesten.

Applaus für die Präsentation

Die Präsentationen des Stadtbauamtes wurden mit einem Applaus belohnt, es gab aber auch viele Anregungen aus dem Publikum. «Die Plätze sind im Mittleren Brühl nicht wie in der Erhebung angenommen fünf Monate gesperrt, sondern oft bis sieben Monate», sagte Ueli Leiser, Präsident der EVP Solothurn-Lebern. Die Überlastung sei also deutlich höher als in der Studie angenommen. Im Stadion für die Stehrampe über zwei Millionen Franken einzusetzen, wenn der FC Solothurn im Durchschnitt nur 300 Zuschauer habe, sei überflüssig, sagte Thomas Wälti, Trainer beim SC Blustavia.

Weitere Voten riefen in Erinnerung, dass bereits jetzt zwei Mannschaften des Vereins Iliria ihre Heimspiele auswärts austragen müssen und dass CIS Marigona wegen der prekären Situation definitiv nach Derendingen umgesiedelt ist. Bei der Bedarfsanalyse sei nicht berücksichtigt worden, dass in Spitzenzeiten nicht eines, sondern bis zu vier Teams gleichzeitig auf einem Platz trainieren. Die neue Infrastruktur könnte bei einer positive Entwicklung der Vereine sofort wieder überlastet sein. Peter Hauser, Präsident des SC Blustavia, regte zudem an, dass sich die Vereine an einem Kunstrasenplatz finanziell beteiligen könnten, um den Bau zu beschleunigen.

Einen Schritt weitergekommen

Gaudenz Oetterli, Co-Präsident der CVP der Stadt, zog eine positive Bilanz und lobte die ausgezeichnete Arbeit des Stadtbauamtes und die konstruktiven Inputs der direkt Betroffenen. «Der Zustand der Sportanlagen in der Weststadt ist ein Basisproblem, das sehr viele Menschen tangiert. Deshalb freut es uns, dass wir einen Schritt weitergekommen sind. Die Fussballvereine leisten extrem wichtige Arbeit, die in unseren politischen Kernbereich Familie fallen.»