Für das dritte Jahreskonzert unter der Leitung von Heinz Schoenenberger präsentierte sich das Spiel der Kantonspolizei Solothurn gut und ausgewogen besetzt. Für eine Formation, die nur alle paar Wochen übt, klang es auch ganz beachtlich. Das ist nur möglich, weil der Grossteil ihrer Mitglieder sonst noch in einem Musikverein aktiv ist. Somit sind diese auch gewohnt, nahezu täglich zu üben. Präsentiert hat das Spiel sein Konzert in zwei Teilen, die durch den Auftritt einer Gastformation getrennt wurden.

Eröffnet hat das Spiel sein Konzert mit dem lange etwas vergessenen Marsch «Dem Schwarzbubenland». Geschrieben hat ihn Fridolin Frei. Dieser war nicht nur der bekannte Trompeter, wie ihn ein breites Publikum sicher noch in Erinnerung haben dürfte, sondern auch Dirigent und Komponist. Weil es den Verlag nicht mehr gibt und viele Stimmen verschollen sind, musste ihn Heinz Schoenenberger für Harmoniebesetzung neu instrumentieren. Das Ergebnis hätte nicht überzeugender ausfallen können.

Mani Matter begeisterte

Spass bereitete das Spiel auch mit «The Cuckoo» zu dem Alan Fernie auf vergnügliche Weise das italienische Tradtional «L'inverno e passato» umgekrempelt hat. Neben Fernie hat sich auch Derek Broadbent längst einen Namen als Arrangeur gemacht.

Von ihm stammte passend in den zweiten Teil «S'Träumli» der Boss Buebe. Richtiggehend in den Schatten gestellt hat aber Mario Bürki die beiden Ausländer. Mit seinem tollen Arrangement von Mani Matters «Hemmige» setzte das Spiel eine deutliche Marke in sein ganz der Heimat gewidmetes Jahreskonzert.

Es gab auch eine Uraufführung

Nicht immer kann das Kapo-Spiel mit einer Uraufführung aufwarten. Diesmal jedoch geschah das mit «Patrol!» schon. Den im Saal anwesenden Komponisten Christian Lienhard stellte Moderator Marco Jaggi als musikalisches Chamäleon vor. Lienhards Vielseitigkeit kennt Schoenenberger nicht nur aus Blas-Art. Mit dieser Uraufführung ermöglichte ihm das Spiel, eine weitere Facette zu offenbaren.

Der Beginn des Werkes erinnert an eine Fanfare führt aber bald in einen gefälligen Verlauf. Irgendwann klingt verhalten das Solothurnerlied an. Ein Trillerpfeifensignal und zwei Schüsse leiten eine hektische Stelle ein. Das Crescendo zweier wechselnder Töne imitierte die nahende Polizei. Ganz raffiniert wurden die beklemmenden Martinshornklänge wieder in harmonische Akkorde zurückgeführt.

Viel Power bei der Gastformation

Für den üblichen Solovortrag sorgte Gerhard Grossenbacher. Er bewältigte auf seiner Tuba den Solopart in Roy Newsoms «The Bass in the Ballroom» überaus ansprechend.
Ganz in der Tradition blieb das Spiel der Kantonspolizei auch mit der Verpflichtung einer Gastformation. Schon nach wenigen Tönen wurde klar, warum sich bei der Power Polka Band das Wort Power im Namen findet.

Polka erklärte dann die Chefin Regula Bitterli ganz einfach mit der Tatsache, dass sie sich vorwiegend auf Polkas und Märsche beschränken. So suchen sie einen Ausgleich. Sie sind nämlich alle Leistungsträger in ihren jeweiligen Musikvereinen. Kennengelernt haben sie sich in den Brass Band-Lagern des Solothurner Musikverbandes. Dort scharte 2008 die Tubistin, die damals noch Regula Müller hiess ihre besten Mitspielerinnen und -spieler um sich.