Für eine bessere Welt
Diese beiden Solothurnerinnen (15) paddeln für den guten Zweck auf der Aare bis nach Biel und zurück

Mit der Abschlussarbeit Gutes tun. Das war auch die Idee von zwei 15-jährigen Schülerinnen aus Solothurn. Sie paddeln mit einem Kanu bis nach Biel und zurück. Dabei sammeln sie Geld für die Welthungerhilfe.

Hans Peter Schläfli
Merken
Drucken
Teilen
Ada Jael Ojukwu und Nora Scartazzini paddeln für einen guten Zweck auf der Aare.

Ada Jael Ojukwu und Nora Scartazzini paddeln für einen guten Zweck auf der Aare.

Hans Peter Schläfli

Wenn zwei 15-jährige Mädchen im April dem kalten Wind trotzen, mit dem Kanu die Aare hinauf und wieder hinunter paddeln und die Nacht am Ufer im mitgebrachten Zelt verbringen, dann braucht das schon Überwindung. «Es war nicht so schlimm, der Wind hat uns Richtung Biel sogar geholfen», erzählt Nora Scartazzini bei einer Pause in Altreu.

Jetzt, auf der Rückfahrt nach Solothurn, gebe es Unterstützung durch die Strömung. Das feuerrote Kanu konnte Ada Jael Ojukwu von ihrem Onkel auslehnen. Zur Übernachtung meint sie: «Es war zwar etwas kalt, aber dank der guten Ausrüstung auszuhalten.»

Reiner Selbstzweck sollen die Schulprojekte nicht sein, erklärt Schulleiterin Stefanie Ingold: «Es ist möglich, etwas zu nähen, einen Stuhl zu schreinern oder ein Buch zu schreiben. Dass es diesmal zwei wohltätige Projekte dabei hatte, hat mich besonders berührt.»

Aus drei Vorschlägen werde zusammen mit den Lehrerinnen und Lehrern das beste Projekt ausgewählt. «Das Ziel ist es, Erfahrungen zu sammeln. Es beginnt mit der Planung, dann folgen Umsetzung und Beschrieb. Der Abschluss ist normalerweise eine Präsentation und ich hoffe, dass dies trotz Pandemie auch dieses Jahr möglich sein wird.» Dann gebe es für das erfolgreich realisierte Projekt zusammen mit dem Abschlusszeugnis ein Zertifikat.

«Ein paar hundert Franken helfen bereits»

Gian Gunzinger, ein Schulkamerad der beiden Kanutinnen, hat mit einem Lauf über 145 Kilometer von Solothurn nach Zermatt mehr als 18'000 Franken für eine Schule in Mombasa eingenommen. «Ganz so viel wird es bei uns nicht werden», bleibt Nora Scartazzini realistisch. «Aber ein paar hundert Franken helfen bereits, um ein Kind zu retten. Laut der Welthungerhilfe kostet eine vollwertige Mahlzeit nämlich nur etwa 70 Rappen.»

«Hunger ist ein riesiges Problem, aber Hunger ist nicht ansteckend»

, fasst Ada Jael Ojukwu den Grund zusammen, weshalb sie die Welthungerhilfe unterstützen will. Die renommierte deutsche Wochenzeitung «Die Zeit» schrieb kürzlich, dass pro Tag 24'000 Menschen an Hunger sterben, die meisten davon kleine Kinder.

Das würde bedeuten, dass Hunger genau am heutigen Tag deutlich mehr als doppelt so viele Todesopfer fordert als der neue Coronavirus.

«Das Problem geht leider etwas vergessen. Aber wenn die Pandemie vorbei ist, wird es den Hunger auf der Welt noch immer geben»

, sind sich die beiden 15-jährigen Freundinnen einig.

Weitere Infos und Spenden: www.kanufahrt-gegen-den-hunger.jimdosite.com