Um der Idee näherzurücken, ein typisches Barock-Café in der schönsten Barock-Stadt der Schweiz zu betreiben, veranstaltet ein Verein um Ursina Steinbeck regelmässige «Ambiente Barocco».

Diesmal hatte die Gruppe in privatem Umfeld die Zuchwiler Künstlerin Marianna Santoso zu einer Ausstellung ihrer Werke eingeladen. Auf ihren Reisen in asiatische Länder hat Santoso vielerlei Impressionen gewonnen, die sie wie rhythmisch inspiriert in lebendige Muster umsetzt. Häufig dienen ihr Papierbögen, wie sie ihre Chinesisch-Lehrerin auf dem Flipchart verwendet, als Unterlage ihrer Malerei.

Mitreissende Musik

Den Nachmittag prägten der Solothurner Gitarrist Stefan Feingold und Flötist Daniel Covini aus St. Gallen. Beide Künstler, die sich gut kennen, hatten ein vielfältiges Programm zusammengestellt, das durch verschiedenste Stile und Kontinente führte. Beginnend mit einem Blues, der wie im Dialog beide Instrumente humorvoll zur Geltung brachte, folgte die von Feingold für Covini komponierte Komposition «Recycling». Uraufgeführt wurde sie 2005 in St. Gallen unter Mitwirkung einer Tänzerin.

Mit seinem Werk «Figurado» zeigte Feingold auf der akustischen Gitarre, wie Lyrik und Temperament sich instrumental meisterhaft verbinden lassen. Covini, Musiklehrer und freier Solist wie Feingold, spielte als viel beklatschte Uraufführung sein an einen Tango erinnerndes Stück «Strada solituda». Beide gefielen im Duo dann in der Komposition des Brasilianers Heitor Villa-Lobos, der seinen Titel «Verteilung der Blumen» als fein gesponnenes Gedicht erleben liess.

Zu Gast im auch spieltechnisch mitreissenden Auftritt von Feingold und Covini waren noch weitere grosse Namen der neueren Musikgeschichte wie Baden-Powell, Django Reinhard, Stephan Grapelli und sogar Rossini.

Gastgeberin Ursina Steinbeck war glücklich über den grossen Ansturm von Kulturliebhabern zu diesem Ambiente Barocco. Sie hofft, damit der Verwirklichung des Barock-Cafés, für das nur noch ein passendes Lokal fehlt, näher gekommen zu sein.