«Wo sind denn jetzt die Ponys?», fragt Jessica und schaut sich ungeduldig um. Immerhin heisst dieser Ferienpass-Kurs «Erlebnisnachmittag auf dem Ponyhof». Kursleiterin Nadia Bartlome führt die fünf Teilnehmerinnen deshalb auch gleich zum Stall zu den Ponys. Dort warten Baschi, Polina und Ricci, drei Shetlandponys.

Bevor sich die Mädchen allerdings in den Sattel schwingen dürfen, geht es an die Arbeit: Die Miniaturpferde müssen zuerst gründlich von Dreck und Staub befreit werden. «Das gehört genauso dazu, wie das Reiten», sagt Bartlome. Deshalb rücken die Ferienpässlerinnen den Ponys mit Bürste und Hufkratzer zu Leibe.

Das Auskratzen der Hufe stellt hierbei die grösste Herausforderung dar: Yael und Mona mühen sich damit ab, den Huf von Ricci anzuheben. Der bleibt vorerst stur. Als Nadia zu Hilfe eilt und den Mädchen die richtigen Handgriffe zeigt, klappt es dann doch noch. Bald darauf sind die Sättel montiert, die Velohelme aufgesetzt und die ersten Mädchen sitzen schon auf den Ponys. Die anderen dürfen die Ponys an der Leine führen.

Die anfängliche Scheu gegenüber den Tieren ist schnell überwunden. Besonders tief hinunterfallen kann man ohnehin nicht – Shetlandponys haben ein maximales Stockmass von 107 Zentimetern. «Ich habe überhaupt keine Angst vor Pferden», sagt Yael. Schliesslich sei sie auch schon auf einem grossen Pferd gesessen. «Kann Ricci nicht etwas schneller gehen?», fragt sie. Dieser nimmt es nämlich ziemlich gemütlich und trottet den anderen zwei Ponys mit etwas Abstand hinterher.

Auch putzen gehört dazu

Bartlome, die Betreiberin von «Nädus Ponyhof» in Oberramsern, beweist viel Geduld mit den Teilnehmerinnen. Sofort ist sie zur Stelle, wenn eines der Mädchen Hilfe braucht. Auf dem Spaziergang ist sie dann hauptsächlich damit beschäftigt, Pony Baschi vom Grasen am Wegrand abzuhalten.

Nach dem Ausritt folgt wieder die Arbeit: absatteln, Material wegräumen und wieder putzen. Nach all der Anstrengung war die Pause mehr als verdient. Danach durften die Mädchen sogar noch einige akrobatische Übungen ausprobieren: Auf dem Pferderücken aufstehen und hinten hinunterrutschen.

«Insgesamt leben jetzt sieben Ponys auf dem Hof», erzählt Bartlome. Zwei davon sind schon waschechte Senioren und bekommen ihr Gnadenbrot auf dem Ponyhof. «Ich würde nie eines der Tiere weggeben. Sie dürfen hier bleiben und ihr schönes Plätzchen für den Rest ihres Lebens geniessen.» Bei so vielen liebevollen Streicheleinheiten wie die Ponys an diesem Nachmittag bekommen haben, kann es ihnen ja nur gut gehen.