Solothurn/Grenchen

Für die Perspektive Region Solothurn-Grenchen steigen Erträge und Defizit ungleich an

Am Dienstag fand die Generalversammlung der Perspektive Solothurn statt. (Archivbild)

Am Dienstag fand die Generalversammlung der Perspektive Solothurn statt. (Archivbild)

An der Generalversammlung der Perspektive Solothurn-Grenchen wurde über das Budget 2020 gesprochen. Der Präsident Hary Jäggi verkündete, im nächsten Jahr auf die Gemeinden zu zugehen und über Gemeindebeiträge zu diskutieren.

Die Suchthilfestelle plant die Finanzen des nächsten Jahres und sieht trotz steigender Erträge Handlungsbedarf. Zur Generalversammlung der Perspektive waren am Hauptsitz der Sucht- und Präventionsstelle in Solothurn die Delegierten der Trägergemeinden eingeladen. Im Fokus standen das Budget des Jahres 2020 sowie ein Ausbau des Beschäftigungsangebots für Sozialhilfebezüger.

«Es kostet, was es jetzt kostet»

Der prominenteste Punkt auf der Traktandenliste war die Finanzplanung des kommenden Jahres. Budgetiert ist ein Defizit von 103 559 Franken, was im Vergleich zum Vorjahr einer deutlichen Erhöhung entspricht. Zu Buche schlägt vor allem ein erhöhter Personalaufwand, der sich mit vielen Lohnstufenanstiegen von langjährigen Mitarbeitern erklären lässt. Dazu Geschäftsleiterin Karin Stoop: «Wenn wir weiter Dienstleistungen in dieser Qualität erbringen wollen, kostet es, was es jetzt kostet. Ich bin aber der Meinung, dass wir effizient und kostensparend arbeiten.»

Die Erträge aus den Angeboten, die die Perspektive Region Solothurn-Grenchen selbst erwirtschaftet, werden laut Budget wiederum die Gemeindebeiträge sehr deutlich übersteigen und im Vergleich zu diesem Jahr durch die Übernahme von «Collectors» sogar wachsen. In Geldnot kommt die Perspektive jedoch nicht, da das budgetierte Defizit durch die vorhandenen Mittel gedeckt werden kann.

Kritisiert wurden jedoch die Gemeindebeiträge, die momentan bei 17 Franken pro Einwohner liegen. Präsident Hardy Jäggi mahnte: «Wir werden nächstes Jahr auf die Gemeinden zukommen und die Diskussion über die Gemeindebeiträge suchen müssen.» Das Budget wurde indes einstimmig angenommen.

Intensiver Austausch mit dem Sozialdienst

Vereinspräsident Hardy Jäggi konnte die Versammlung trotz vieler Abmeldungen vor gut einem Dutzend Anwesenden abwickeln. Erläutert wurde nach der Genehmigung des Protokolls das Ausscheiden von Olaf Wirtz aus dem Vorstand.
Geschäftsführerin Karin Stoop lobte weiter den intensivierten Austausch mit dem Sozialdienst, durch dessen detaillierte Rückmeldungen die Wirkung der Leistungen der Perspektive selbstkritisch beurteilt werden können.

Perspektive übernimmt Verein Collectors

Im Anschluss stellte die Geschäftsleiterin Philipp Keel vor. Er informierte als Verantwortlicher des neuen Beschäftigungsangebots für Sozialhilfeempfänger, das die Perspektive ab 2020 durch die Übernahme des Vereins Collectors integrieren wird. «Collectors» befördert mit Lastenfahrrädern Waren für Kunden. Im Umkreis von 4,5 Kilometern um den Hauptbahnhof in Solothurn transportiert der Dienstleister, dessen Personal aus Sozialhilfebezügern besteht, alles, was der Kunde wünscht und auf das Lastenvelo passt. Im Laden gekaufte Ware wird von einem Mitarbeiter abgeholt und in maximal drei Stunden zum Kunden vor die Haustür geliefert – «auch wenn diese ohne Lift in den dritten Stock muss», so Keel. Der Lieferdienst umfasst momentan elf Fahrer, die auf sieben Vollzeitstellen verteilt arbeiten und im letzten Monat rund 900 Lieferungen zugestellt haben.

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