Stadt Solothurn

«Fête d’été»: Kleiner als das Sommernachtfest, aber dafür gemütlicher

Zu «Manifique» gehören Michael Wilhelm (Cello), Simon Achermann (Gesang und Gitarre) und Lukas von Büren (Percussion und Geräusche).

Zu «Manifique» gehören Michael Wilhelm (Cello), Simon Achermann (Gesang und Gitarre) und Lukas von Büren (Percussion und Geräusche).

Das Sommernachtsfest ist Geschichte, aber die «Fête d’été» überzeugt. Am Samstag organisierte das Restaurant Kreuz am Landhausquai ein kleines Openair. Es war kein Ersatz für das Fest, dass dort früher stattfand, denn die Idee dafür entstand spontan.

«I han es Zündhölzli azündt und das het e Flamme gäh, und i ha ...» – Wer das Lied kennt, darf ruhig ein paar Zeilen weitersingen. «I han es Zündhölzli azündt» ist schliesslich eines der bekanntesten Stücke des Schweizer Liedermachers Mani Matter. Obwohl seine Lieder schon über 50 Jahre alt sind, faszinieren sie heute noch Jung und Alt. Mit eingängigen Melodien und einfachen Texten erzählt Matter tiefgründige Geschichten aus dem Leben. Wenn seine Lieder gespielt werden, bleiben die Leute stehen und hören gebannt zu.

Auch am Samstagabend liessen sich die Menschen, die am Landhausquai vorbeispazierten, von den berndeutschen Liedern fesseln. Unter dem Namen «Fête d’été» organisierte das Restaurant Kreuz vor dem Landhaus ein kleines Open-Air-Konzert. Um 18 Uhr gab das Trio «Manifique» eine erste Kostprobe seiner eigenen Interpretation der Mani-Matter-Lieder. Die Leute liessen sich auf dem Sitzplatz vor dem Restaurant und auf den zusätzlich aufgestellten Festbänken nieder.

Als zweiter Akt trat der Singer-Songwriter «Max der Zinger» aus Genf auf. Der Solo-Künstler präsentierte sein abwechslungsreiches Repertoire. Mal spielte er mit Gitarre und Mundharmonika rockige Folksongs. Dann nahm er plötzlich eine Handorgel hervor, setzte sich ins Publikum und spielte, sodass man sich fast mitten in Paris fühlte.

Mani Matter mal unbekannt

Neben der Musik kam auch das leibliche Wohl der Gäste nicht zu kurz. Das «Kreuz»-Team bewirtschaftete die Leute an den Tische, und den Festbänken. Ausserdem bot es an einer kleinen Saftbar Cocktails und Frucht-Smoothies an. Zum Abschluss des Konzerts trat noch einmal das Trio «Manifique» auf und verzauberte das Publikum während einer ganzen Stunde mit bekannten und weniger bekannten Mani-Matter-Liedern. Wer nicht schon einen Sitzplatz ergattert hatte, blieb am Strassenrand stehen und lauschte der Musik.

Eine lebhafte Ausgehmeile

Die kleine «Fête d’été» vor dem Restaurant Kreuz weckte Erinnerungen an das traditionelle Sommernachtsfest, das in den vergangenen 15 Jahren jeweils zur selben Zeit, nämlich am letzten Juli-Wochenende, stattgefunden hatte. Doch das Sommernachtsfest gibt es nicht mehr. «Der ursprüngliche Grund für das Fest war, den Landhausquai zu beleben», sagt Mitorganisator Michael Wilhelm von der Genossenschaft Kreuz.

Das sei heute aber nicht mehr nötig, denn über die Jahre habe sich der Quai durch all die neuen Bars und Restaurants zu einer lebhaften Ausgehmeile entwickelt. Also war die «Fête d’été» nicht als Sommernachtsfest-Ersatz gedacht? «Nein», antwortet Wilhelm, «Wir wollten bewusst keinen gleichwertigen Event oder eine riesige Party veranstalten.» Die Idee, ein kleines Fest mit ein bisschen Musik zu organisieren, sei spontan Anfang Sommer bei den «Kreuz»-Mitarbeitern aufgekommen.

«Nicht mehr so vollgestopft»

Kein Sommernachtsfest also, aber trotzdem ein gelungener Abend, «genau so, wie wir es uns vorgestellt haben», sagt Wilhelm. Es gab einige Besucher, die es schade fanden, dass es das Sommernachtsfest nicht mehr gibt, aber den gemütlichen Abend an der «Fête d’été» trotzdem genossen haben.

Der Besucherin Cora Krieg hat das diesjährige kleinere Open-Air-Konzert sogar besser gefallen. Sie sagt: «Am Sommernachtsfest war der Landhausquai immer so vollgestopft mit Leuten, dass es hier fast kein Durchkommen mehr gab. Dieses Jahr hatte man Platz zum Sitzen, es gab gutes Essen und gute Musik.»

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