Chinderchesslete Solothurn

Früh übt sich, was bald mit den Grossen in Honolulu chesslen will

Nicht ganz den Rekordaufmarsch vom Vorjahr erreichte die Chinderchesslete durch Honolulu. Trotzdem war der weisse Tatzelwurm von beeindruckender Länge und die finalen 1300 Chnörzli mitsamt Weggli fanden auf dem Dornacherplatz reissenden Absatz.

Weiss wie der Weissenstein zeigt sich gegen 15 Uhr der Dornacherplatz. Rechtzeitig ist die Sonne rausgekommen zur Chinderchesslete. Das hat die letzten Unentschlossen bewogen, doch mitzumachen. Denn noch um die Mittagszeit peitschte kalter Regen durch die Vorstadt, und auch Chinder-Oberchessler Patrick Müller von der organisierenden Fasnachtszunft Vorstadt war leicht angespannt: «Um halb zwölf bin ich hier gestanden. Und da hat es waagrecht gesträtzt!» Inzwischen etwas entspannter sieht er ein Chesslergrüpplein ums andere eintrudeln. «Aber so viele wie letztes Jahr werden es wohl nicht», so die allgemeine Einschätzung. Zur Erinnerung: Am 28. Februar 2019 trübte kein Wölklein den stahlblauen Himmel bei gefühlten 18 Grad.

Und dann werden es immer mehr

Die Pessimisten behalten unrecht, denn aus allen Ecken strömt Last-Minute-Verstärkung heran. Längst nicht alle haben es in die Vorstadt geschafft; so stösst Gemeinderat Beat Käch mit seinem Leiterwägeli-Familienpulk erst beim Palais Besenval zum grossen weissen Chesslete-Strom. In den sich dort allerdings einige brandschwarze «Pinguine» mischen: Im Palais ist gerade Seminarpause für einige Manager. Na ja, Solothurn ist tolerant.

Die Kinderchesslete machte den Start für die Solothurner Fasnacht

Die Kinderchesslete machte den Start für die Solothurner Fasnacht

Am Mittwochnachmittag starteten die Kinder mit der Chessleten die Fasnacht. Das Wetter blieb trotz heftigem Regen am Nachmittag gut. 

Immerhin: Erst kurz bevor Patrick Müller und seine Zipfelmützen-Entourage auf den Kronenplatz einbiegen, leert sich die Kreuzackerbrücke von Weisshemden. Einzige Kritik eines kundigen Beobachters aus den Reihen der Stadtpolizei: «Die Zünftler vorne gehen zu rasch voran. Da kommen die Kleinen mit ihren kurzen Beinchen gar nicht mit.» Viele haben deshalb ihren Nachwuchs in Wägelchen gesetzt; Verpflegung, Drinks, Lärminstrumente und dagegen den obligaten «Pamir» an Bord. Papis waren auch schon mehr unterwegs; herzig sind aber jene Drei-Generationen-Grüppchen im Nachthemd wie Grosi Maya von Gunten mit Tochter Romana und Enkeli im Schlepptau. Punkt 16 Uhr biegen die letzten Unermüdlichen zum Chnörzli-Sit-in auf den Dornacherplatz ein. In 25 Stunden geht es für viele wieder los; am Säulimäret mit den Grossen.

Autor

Wolfgang Wagmann

Wolfgang Wagmann

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