Solothurn

Fronleichnamsprozession: 250 Gläubige zogen durch die Solothurner Altstadt

Am Donnerstagmorgen zogen zusammen mit Bischof Felix Gmür und Stadtpfarrer Niklas Reggenbass sowie Ministranten und den Erstkommunikanten rund 250 Personen durch die Solothurner Altstadt.

Es war ein Parcours mit Hindernissen: Vorbei an Festzelten fürs Märetfest, an Mulden und Zementsilos bei der Theater-Baustelle bis hin zu parkierten Lieferwagen schlängelte sich am Donnerstag die Fronleichnamsprozession von der St.-Peters-Kapelle zur Kathedrale.

Unter Beisein von Bischof Felix Gmür und Stadtpfarrer Niklas Raggenbass sowie Ministranten und den Erstkommunikanten nahmen rund 250 Personen an der Feier teil. Fronleichnam gilt als das Fest der leiblichen Gegenwart Jesu bei der Kommunion, weswegen die Hostie als das Allerheiligste in der Monstranz in einer Prozession gezeigt wird. «Aufstehen und demonstrieren, wenn Leid herrscht», ergänzte Stadtpfarrer Raggenbass die Absicht des Feiertages.

Früher bis zu 3000 Gläubige

Noch in den Sechzigern des vorigen Jahrhunderts war das Fronleichnamsfest quasi eine «Machtdemonstration» der Katholischen Kirche. Auf dem Amtshausplatz versammelten sich wohl 2000 bis 3000 Gläubige zu einem eigentlichen Massenauflauf. Mit dabei waren Fahnendelegationen der katholischen Organisationen wie der Kolpingsfamilie oder des Katholischen Arbeiterbundes.

Die Zeremonie begann mit Böllerschüssen früh am Vormittag und zog sich über mehrere Stunden und Stationen hin. Der feierliche Zug mit der Monstranz unter dem getragenen Baldachin bewegte sich vom Amtshausplatz, wo ein Altar vor dem Amtshaus aufgebaut war, über die Werkhofstrasse in die Innenstadt und zuletzt vor die Kathedrale. Unterwegs streuten die Erstkommunikantinnen unentwegt Blumen, die sie tags zuvor im Stadtpark und Wiesen der Umgebung gesammelt hatten.

In den Siebzigern verlor das Brauchtum allerdings an Zulauf und wurde zuletzt auch wegen des stetig zunehmenden Verkehrs - in den reformierten Kantonen Bern, Aargau oder Basel war Fronleichnam ja kein Feiertag - auf eine bescheidenere Variante in der Altstadt zurückgenommen. (ak/ww)

Verwandte Themen:

Meistgesehen

Artboard 1