Solothurn

Frischer Wind in der «Villa 41»: Quartierspielplatz bekommt nach über einem Jahrzehnt eine neue Leitung

Sabrina Christ und Michael Roher sind ab nächster Woche auf dem Spielplatz im Heidenhubelquartier anzutreffen.

Sabrina Christ und Michael Roher sind ab nächster Woche auf dem Spielplatz im Heidenhubelquartier anzutreffen.

Nächsten Mittwoch ist die Sommerpause der Quartierspielplätze in der Stadt Solothurn vorbei. Die neue Saison bringt auch ein neues Gesicht.

Feuer machen, Holz hacken, Hütten bauen. Nächsten Mittwoch öffnen die Quartierspielplätze der Stadt Solothurn nach der Sommerpause wieder ihre Türen. Bei jenem der Villa 41 im Heidenhubelquartier geschieht dies unter neuer Leitung, mit Primarschullehrer Michael Rohrer (38), assistiert durch die 36-jährige Kunstschaffende Sabrina Christ. Beide kamen durch ihre eigenen Kinder, die selbst oft auf einem der Quartierspielplätze ihre Nachmittage verbringen, zur neuen Tätigkeit. «In einer Zeit, in der der öffentliche Raum immer rarer wird, ist für meine Mädchen der Spielplatz Güggi eine wertvolle Umgebung», so Rohrer.

Die Vorfreude ist bei beiden Leitern gross. «Ich bin gespannt auf das neue Leben in der Villa 41», sagt Rohrer. Im Moment sei alles noch schön aufgeräumt und bereit, von den Kindern entdeckt und in Betrieb genommen zu werden. «Bei mir spielt auch ein bisschen Nervosität mit», gesteht Sabrina Christ. «Wie werden die Kinder auf uns reagieren?»

Erster Wechsel seit über einem Jahrzehnt

Bis anhin leitete Lis Dreier 15 Jahre lang die Villa 41. «Die Kinder werden sie bestimmt vermissen und es würde mich auch nicht erstaunen, wenn sie hie und da nach ihr rufen», sagt Christ lachend, die bereits als Assistentin mit Dreier in der Villa 41 gearbeitet hat.

Rohrer arbeitet in einem Jahrespensum von 30 Prozent, bezahlt wird sein Lohn vom Quartierverein. Die 20 Prozent von Christ werden vom Armenverein der Stadt Solothurn übernommen. Zu ihren Aufgaben gehören primär die Betreuung und Aufsicht während der Öffnungszeiten, weiter die Aufräumarbeiten in der Winterpause, die Materialbeschaffung, der Infrastruktur-Unterhalt, der Austausch und die Entwicklung von neuen Ideen sowie die Ausbildung der Kindercoachs, die ab der 6. Klasse gemacht werden kann.

Michael Rohrer ist aktuell der einzige Mann in der Quartierspielplatzleitung. Einen grossen Unterschied zwischen Mann und Frau für diesen Job sieht er nicht. «Es wird von den Eltern und Kindern vielleicht anfangs anders wahrgenommen, ich erhalte aber viele positive Rückmeldungen.» Und Sabrina Christ ergänzt: «Ich finde es sehr gut, übernimmt ein Mann die Leitung. Das kann für die Kinder eine andere Energie geben, gerade wenn sie im Kindergarten oder in der Schule an eine weibliche Betreuung gewohnt sind.»

Beiden sind ein frischer Wind in der Villa 41 und vermehrte Aktivitäten im Freien – Feuer machen im Garten, im Bach spielen oder den Pizzaofen anwerfen – wichtig. «Wer von uns beiden die eher ruhigeren Bastelarbeiten übernimmt, ist noch unklar», schmunzelt Christ. «Da sind wir noch nicht so sattelfest und Lis Dreier wird uns hier garantiert fehlen.»

Gute und respektvolle Stimmung

Als besonders streng würden sich die beiden neuen Leiter nicht bezeichnen. «Mir sagte ein Junge auch schon, dass ich selbst ja noch eher Kind als Erwachsene sei», lacht Sabrina Christ, die diese Aussage durchaus als Kompliment auffasste. Wichtig sei sowieso in erster Linie eine gute und respektvolle Stimmung auf dem Spielplatz. «Die Kinder sind heute in der Schule unter strenger Kontrolle und sollen sich hier – unter Einhaltung klarer Regeln – austoben können», so Michael Rohrer.

Dies nicht zuletzt auch wegen der Coronasituation. Die Villa 41 könne die Kinder gut schützen, indem primär im Garten gespielt werde, wo auch eine Handwaschstation zur Verfügung steht. Das Programm für den nächsten Mittwoch wird derzeit noch geplant. Klar ist für Rohrer aber: «Ich wünsche mir einen Garten voller fröhlicher Kinder, die zu einer Bande zusammenwachsen, wie bei Peter Pan.»

Hinweis Mehr Informationen: www.quartierspielplaetze.ch

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