Konzertsaal
Freiere Häppchen-Wahl im Konzertsaal Solothurn

Für erfrischte Kehlen während Konzertpausen oder für Gaumenfreuden an Geschäftsanlässen im Konzertsaal war Niklaus Rust 23 Jahre in Eigenregie zuständig. Dies hat sich mit einem Entscheid der Gemeinderatskommission geändert.

Andreas Kaufmann
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Nutzer des Konzertsaals wählen ihren Cateringpartner selbst.

Nutzer des Konzertsaals wählen ihren Cateringpartner selbst.

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Seit 1. Januar dieses Jahres teilt sich Niklaus Rust, Wirt des gleichnamigen Restaurants am Märetplatz, die Catering-Aufträge im Konzertsaal mit dem freien Markt.

Auf Antrag des Stadtpräsidiums hatte die Gemeinderatskommission GRK entschieden, den Pachtvertrag mit dem bald 70-jährigen Niklaus Rust nicht zu erneuern. So informiert Stadtschreiber Hansjörg Boll: «Neu soll jeder Mieter des Konzertsaals selbst entscheiden, wen er als Caterer haben will.» Damit will die Stadt vorerst keinen neuen fixen Cateringpartner im Konzertsaal: «Wenn jemand nicht den Anbieter nehmen kann, der ihm passt, geht man das Risiko ein, dass die Wahl nicht ganz zufriedenstellend ist.»

Bereits 2007 war der Pachtvertrag dahingehend verändert worden, dass auf Wunsch eines Konzertsaal-Mieters neu ein anderer Cateringpartner verwendet werden konnte. Die Korrespondenz erfolgte aber über Niklaus Rust. Gerade die Organisatoren der Filmtage hatten mit dem Restaurant Baseltor bereits ihren Wunschpartner. Und für spezielle Kundenwünsche hat Rust mit anderen Anbietern zusammengearbeitet und zum Teil anderweitige Köche eingesetzt.

Rust bleibt Mitstreiter

Noch laufen einige Events unter Rusts Ägide, die vor Ende Jahr vereinbart worden waren. Dass das Pachtverhältnis nicht verlängert wurde, will allerdings nicht heissen, dass Niklaus Rust nicht weiterhin unter den potenziellen Mitstreitern bleibt.

Entsprechend gelassen gibt er sich selbst: «Ich habe keine Probleme damit.» So will er – ob er nun Pächter ist oder nicht – das Standbein Konzertsaal behalten: «Ich steige nicht aus, sondern werde für einzelne Anlässe weiterhin im Einsatz stehen.» Insbesondere bei Pausenbuffets von Konzerten komme er nach wie vor zum Einsatz. Rust zeigt sich zuversichtlich, weiterhin eine gewisse «Stammkundschaft» bedienen zu können.

Administratives steht noch an

Am 1. März wird die GRK über weitere Modalitäten befinden. Auch administrative Fragen stehen aus, so Boll: Während die Grosseinrichtungen (Kochherde etc.) im städtischen Besitz sind, gehört das Kleininventar Rust: «Vieles davon ist brauchbar. Nur muss geklärt werden, was im Fall einer neuen Pächterschaft übernommen werden könnte.» Auf alle Fälle ist das Inventar dafür ausgelegt, bis zu 500 Leuten zu versorgen.

Auch wenn vorerst weder ein neuer Pächter noch ein neues Wirtekonsortium vorgesehen ist: Mit der «Versorgungsliberalisierung» der Konzertsaal-Gäste will die Stadt keinem «Wildwuchs» Vorschub leisten. So ist eine Kontrolle der Caterer vorgesehen. Wenn es mit einem Anbieter nicht klappt, dann wird er verwarnt oder gar verwiesen.