Übernahme

Französische Möbelkette übernimmt 19 Schweizer Fly-Filialen

Nicht zu übersehen: Das Fly-Möbelgeschäft in Solothurn leert sein Lager für den Neustart als Conforama-Filiale.

Nicht zu übersehen: Das Fly-Möbelgeschäft in Solothurn leert sein Lager für den Neustart als Conforama-Filiale.

Ende Mai wird die Fly-Filiale an der Bielstrasse in Solothurn geschlossen. Doch schon vier Wochen später wird sie wieder eröffnet werden, jedoch als Conforama-Filiale. Die 14 Mitarbeiter des Möbelgeschäfts sollen von Conforama übernommen werden.

«Massive Lagerräumung.» «Liquidation - alles muss weg.» Solche Banner vor Verkaufsgeschäften verheissen im Normalfall kaum Gutes. Deshalb stellt sich die Frage: Steht das Möbelhaus Fly an der Bielstrasse in Solothurn vor der Schliessung?

Die Antwort lautet ja und nein, wie eine Nachfrage beim Schweizer Hauptsitz der französischen Möbelkette zeigt. «Das Möbelgeschäft wird Ende Mai geschlossen. Im August wird es unter neuem Namen wiedereröffnet», sagt Nicolas Probst, Direktor von Fly (Schweiz) AG in Egerkingen.

Dahinter steckt ein Besitzerwechsel mit Protagonisten der internationalen Möbelbranche. Im Dezember kündigten die beiden französischen Möbelhandels-Konzerne Conforama (gehört zum südafrikanischen Konzern Steinhoff) und Mobilier Européen (Eigentümerin von Fly) eine Partnerschaft an.

Ziel sei die Bündelung der Einkaufs- und Logistikaktivitäten. Conforama wird sich dazu mit 20 Prozent an Fly France beteiligen und darüber hinaus die 19 Filialen von Fly (Schweiz) AG vollständig übernehmen.

Davon werden 10 wie bis anhin unter dem Namen Fly weitergeführt und 6 werden Teil der Lipo-Möbelladenkette, welche ebenfalls zu Steinhoff gehört, wie Nicolas Probst erläutert. Die restlichen drei Fly-Einrichtungshäuser werden neu als Conforama-Geschäfte auftreten.

Conforama braucht mehr Personal

Und eine dieser Filialen befindet sich eben in Solothurn. «Nach der Schliessung wird das Verkaufsgeschäft während rund acht Wochen umgebaut und in ein Conforama-Geschäft umgewandelt», so Probst weiter.

Dabei werden die rund 14 Mitarbeitenden übernommen; und zwar zu denselben Arbeits- und Lohnbedingungen, versichert Probst. «Mit dem Besitzerwechsel sind also keine Entlassungen verbunden.» Im Gegenteil.

Das Angebot von Conforama umfasse nebst dem Möbelbereich auch das Multimedia- und Haushaltgerätesegment. Deshalb würden in Solothurn drei bis fünf neue Stellen geschaffen. Während der Umbauzeit werde das Personal beim Neuaufbau mithelfen und auf das erweiterte Angebot geschult. Ziel der Lagerräumung sei, das Fly-Angebot bis spätestens Ende Mai verkaufen zu können.

Hauptsitz bleibt in Egerkingen

Am Hauptsitz von Fly (Schweiz) AG in Egerkingen gebe es vorerst keine Änderungen, erklärt Probst weiter. Dort ist die Geschäftsleitung, das Marketing, der Einkauf, die Logistik angesiedelt. In Egerkingen sind derzeit 19 Mitarbeitende angestellt. Erst in einem zweiten Schritt werde es darum gehen, allfällige Synergien auszunutzen.

Die südafrikanische Steinhoff-Gruppe werde künftig mit den drei Marken «Conforama», «Lipo» und eben neu «Fly» auf dem Schweizer Möbelmarkt aktiv sein. Aktuell ist Conforama mit 14 und Lipo mit 15 Filialen in der Schweiz präsent. Im Raum Solothurn ist Conforama in Lyssach/Kirchberg angesiedelt, Lipo in Egerkingen.

Nebst in Solothurn werden auch die Fly-Läden im Tivoli Spreitenbach und in San Antonino TI in Filialen von Conforama umgebaut. Die Fly-Geschäfte in Basel, St. Gallen, Winterthur, Delsberg, Pazallo und in Monthey werden neu als Lipo-Geschäft auftreten.

Verwandte Themen:

Meistgesehen

Artboard 1