Die Solothurnerin Fabienne Büttler, gelernte Fotofachfrau, bietet zum ersten Mal beim Solothurner Ferienpass den Kurs «Fotografieren im Fotostudio» an. Die 26-Jährige, die auch für Zeitungen tätig ist, erzählt: «Als Kind war ich auch immer im Ferienpass», und nun sei sie nicht mehr als Teilnehmerin, aber als Kursleiterin zurück im Ferienpass.

Nicht nur abdrücken

Warum brauchts überhaupt Fotografie-Kurse, wenn doch heute praktisch alle eine hochwertige Kamera oder zumindest ein Smartphone mit sehr guten Fotooptionen besitzen? Auch die jungen Ferienpässler haben alle eine Kamera von zu Hause mitgebracht. «Ich denke, vor allem die Kinder sollten in diesem Kurs sehen und erleben, dass man mit der Kamera nicht nur abdrückt», meint Büttler.

Die Kunst der Fotografie also. Mit der beschäftigen sich die fünf Teilnehmenden, alle zwischen 10 und 13 Jahren, einen Nachmittag lang im «Fotografik 11», dem Studio der Solothurner Fotografin. Dass diese Kunst nicht nur mit dem Abdrücken zu tun hat, zeigt sich unter anderem in der spannenden Geschichte der Fotografie, mit der Büttler auch den Kurs beginnt. Alte Filme und eine «Handörgelikamera», wie es Büttler nennt, werden den Kindern präsentiert, um ihnen die Anfänge der Fotografie näherzubringen.

Durch Ausprobieren zum Ziel

Nach der kurzen Einführung geht es gleich an den Hauptteil des Kurses: Büttler erklärt den Teilnehmern, wie man die Helligkeit einstellt: Blende und Belichtungszeit heissen die ausschlaggebenden Begriffe. Ohne grosse Hilfe der Kursleiterin versuchen sich die fünf Teilnehmer anschliessend im Umgang mit diesen Werten. Was oder wo sie fotografieren, dürfen sie selbst entscheiden.

Nach gut eineinhalb Stunden in der Hitze draussen, geht es ins Studio. Da zeigt ihnen Büttler, wie man mit Licht ein Foto beeinflussen kann. Die Teilnehmer nutzen gleich das Know-How. Mittlerweile sind auch die anfänglichen Hemmungen überwunden: Auf Requisiten und extravagante Posen wird nämlich nicht mehr verzichtet. Im Gegenteil: Sei es mit Teddybär in den Armen oder liegend auf dem Teppich, die Ideen der Kinder scheinen grenzenlos zu sein.

Kunst: Werk der Geduldigen

Das fast dreistündige Arbeiten lassen die Teilnehmenden schliesslich bei einem Zvieri ausklingen. An den Salzstängeli knabbernd, schauen sie sich dann mit der Fotografin zusammen die entstandenen Bilder an. Da sind schon auch noch gewisse Fragen offen, zum Beispiel, als die zehnjährige Elena die Batterie aus ihrer Kamera nimmt und fragt, ob dies die Speicherkarte sei.

Auf dem Sofortdrucker dürfen die Teilnehmenden schliesslich ihre liebsten Fotos ausdrucken. Auch Fabienne nimmt ihre Erfahrung aus dem ersten Ferienpasskurs mit: Kinder seien zwar neugierig und vorsichtig im Umgang mit der Kamera, aber nicht so geduldig wie Erwachsene. Daher werde sie ein nächstes Mal weniger Zeit einberechnen für den Kurs.