Solothurn

Forum Energie fragt: Geht die Rechnung der Energiewende auf?

Die Energiewende wäre mit Disziplin und Beharrlichkeit zu schaffen, sie hat aber ihren Preis. So das Fazit der diesjährigen «Fokus Energie»- Veranstaltung der Energieversorgungsfirma AEK.

Unter der Leitung von Kommunikationsberater Iwan Rickenbacher diskutierten Jürg Buri, Geschäftsleiter der Schweizerischen Energiestiftung (SES), Esther Gassler, Frau Landammann und Volkswirtschaftsdirektorin, Suzanne Thoma, CEO der Bernischen Kraftwerke BKW AG sowie der Berner FDP-Nationalrat Christian Wasserfallen untereinander und mit dem zahlreich im Solothurner Landhaus erschienenen Publikum zum Thema «Energiewende - geht die Rechnung auf?»

Es geht ans Eingemachte

«Vor einem Jahr wurde hier der Klimaschutz diskutiert. Jetzt geht es um die Rechnung der Energiewende. Sind wir also auf dem harten Boden der Realität gelandet?», fragte der Podiumsleiter zu Beginn. «Ja, jetzt es geht ums Eingemachte», sagte SES-Vertreter Buri. Es gelte jetzt beharrlich das neu formulierte Ziel zu verfolgen. Die Politik dürfe die jetzt festgelegten Rahmenbedingungen nicht wieder ändern, sonst werde die Investitionssicherheit der Energieunternehmen gefährdet. Wobei Buri eigentlich lieber gewesen wäre, kurzfristigere Ziele zu setzen, die konkreter formulierbar und schneller erreichbar wären. «Die Energiewende kommt so oder so», meinte er. «Die Frage ist, ob wir in der Schweiz den Vorteil des Vorreiters nutzen.»

BKW-Chefin Suzanne Thoma pochte ebenfalls auf Investitionssicherheit. «Wir nehmen die Energiewende ernst und richten uns darauf aus.» In der Verteidigung des Status Quo sieht sie keine Strategie für die BKW. Allerdings sei sie froh, dass es um langfristige Entscheide geht. «Die politische Willensäusserung muss jetzt konkretisiert werden.»

Der Kanton zieht mit

«Wenn der Bundesrat und das Parlament so entschieden haben, ziehen wir mit», sagte auch Esther Gassler. Man werde die entsprechenden Hausaufgaben auf kantonaler Ebene machen, das heisst bei den Energierichtlinien im Baubereich. Hier gebe es insbesondere bei der Erneuerung der Altbauten noch viel zu tun. Gassler warnte aber auch vor der Subventionswirtschaft. «Subventionen schaffen zwar Anreize, bedeuten aber auch eine Verzerrung der Marktkräfte.»

Skeptisch gegenüber der Energiewende zeigte sich Christian Wasserfallen. Er forderte dringend einen Volksentscheid über den Atomausstieg. Die Alternativen seien noch immer zu wolkig und dort, wo es solche gebe, würden sie im Kräftefeld parteipolitischer Konflikte pulverisiert. «Warum tun wir nicht einfach mal das Naheliegende und erhöhen die Grimsel-Staumauer», lautete seit ceterum censeo.

Wie lagert man Solarstrom?

In der Publikumsdiskussion wurde einerseits die gezielte Förderung von stromsparenden Geräten gefordert, anderseits darauf hingewiesen, dass die Speicherung von Solarstrom noch ein ungelöstes Problem darstelle.

In einem Kurzinterview konnte AEK-Direktor Walter Wirth sein Unternehmen positionieren. Er unterstrich dabei die Notwendigkeit von Innovationen für ein Energieunternehmen ohne eigene Kraftwerke.

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