Bürgergemeinde Solothurn
Forstbetrieb der Solothurner Bürger baut auf die zahlende Kundschaft

Der Bürgerrat der Bürgergemeinde Solothuen hat eine neue Betriebsstrategie für den Forstbetrieb sowie den Stellenbeschrieb für die Betriebsleitung verabschiedet. Ein strategisches Ziel ist es, nur Dienstleistungen zu erbringen, für die bezahlt wird.

Mark A. Herzig
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Den Forstbetrieb und seinen neuen Leiter erwarten anspruchsvolle Vorgaben und ein breiter Aufgabenfächer.

Den Forstbetrieb und seinen neuen Leiter erwarten anspruchsvolle Vorgaben und ein breiter Aufgabenfächer.

Wolfgang Wagmann

Die Bürgergemeinde Solothurn verfügt über Waldungen von insgesamt 2100 Hektaren Fläche. Der Bürgerrat hat im vergangenen Oktober einen «Wahlausschuss Forstbetriebsleiter» eingesetzt; dessen Aufgabe war es, die zukünftige Ausrichtung des Betriebs, das Stellenprofil und eine Übergangslösung bis zur Neubesetzung der Stelle von Ruedi Iseli zu erarbeiten.

Die Übergangslösung mit Michael Bühler wurde in der Märzsitzung verabschiedet, nun die Betriebsstrategie und der Stellenbeschrieb für die Betriebsleitung.

Ein breites Aufgabenspektrum

Der Wahlausschuss habe, so leitete Präsident Sergio Wyniger ein, in elf Sitzungen basierend auf der Betriebsanalyse des externen Mitglieds Lorenz Bader und der bestehenden Papiere die Betriebsstrategie des Forstbetriebs neu formuliert. Demzufolge sollen die Waldungen nachhaltig als Wirtschafts- und Schutzwald sowie als Natur- und Erholungsraum genutzt werden.

Mittelfristig wird in den Betriebszweigen Waldbewirtschaftung, forstliche Nebenbetriebe sowie gemeinwirtschaftliche Leistungen ein mindestens ausgeglichenes Ergebnis gefordert. Erwartet wird auch Kundenorientierung, das Erschliessen neuer Absatzkanäle für bestehende und – auf Forschungserkenntnissen aufbauend – neu zu entwickelnde Produkte des Waldes und Dienstleistungen. Es sollen zudem Vorhaben mit Vorbildcharakter realisiert werden. Die Vielfalt der Wälder soll durch standortgerechte Baumartenwahl und eine boden- wie bestandesschonende Nutzung erhalten bleiben.

Im Abschnitt «Arbeitsweise» wird die effektive Organisation mit qualifiziertem Personal beschrieben, wobei die optimale Sicherheit von Mitarbeitenden, Drittpersonen und Sachwerten gefordert sind. Dazu sollen optimale Mittel und Verfahren eingesetzt und Beziehungen zu Partnern gepflegt und periodisch überprüft werden. Preise und Leistungen sollen konkurrenzfähig sein.

Teilweise heikle Aufgaben

Nicht ganz einfach dürfte die Forderung sein, die Ansprüche der Öffentlichkeit an die Qualität der Wälder als Erholungsraum und als Schutzwald zu erfüllen.

Schwierig dürfte solches zum Beispiel unter dem Aspekt sein, wie er unter den strategischen Zielen formuliert ist: «Der Forstbetrieb erzeugt nur Produkte und erbringt ausschliesslich Dienstleistungen, für die er eine zahlende Kundschaft, einen klaren öffentlichen Auftrag mit gesicherter Finanzierung oder einen gemeindeinternen Auftrag hat: Energiestückholz, Weihnachtsbäume, Öffentlichkeitsarbeit usw.»

Öffentlichkeitsarbeit wird deshalb schon im Leitbild gefordert: «Der Forstbetrieb sucht und pflegt den Dialog mit der Bürgerschaft und der Bevölkerung in der Stadt und Region. ... Er schafft Verständnis für Pflege und Nutzung sowie den Schutz des Lebensraums Wald in der Region. Er sensibilisiert die Öffentlichkeit für die im Erholungswald entstehenden Kosten und fördert die Bereitschaft diese Kosten (mit) zu tragen.»

Wer infrage kommt

Geführt werden soll der Forstbetrieb von einer Persönlichkeit – Frau oder Mann –- mit Ausbildung als Forstingenieur FH oder Förster HF in einem Pensum von 80 bis 100 Prozent, unterstützt von einer entsprechenden Stellvertretung. Ihnen sollen eine bis zwei eigene, modern ausgerüstete und konkurrenzfähige Forstequipen zur Verfügung stehen. Auch will man zwei bis drei Forstwartlernende ausbilden.

Der Bürgerrat verabschiedete die Betriebsstrategie sowie die darauf basierende Stellenbeschreibung einstimmig. Letztere wird nun unter der Website www.bgs-so.ch veröffentlicht.