Denn wie erwartet muss Solothurn für die Interims-Spielzeit während des Umbaus Geld nachschiessen. Und auch die Modalitäten des neuen Mietvertrags sind noch zu regeln.

Rückblende. Am 28. Februar 2012, keine zwei Wochen vor dem klaren «Ja» zum 20-Mio.-Umbau an der Urne, liefert der Gemeinderat ein letztes, vorher verlangtes Abstimmungskriterium: Nicht ganz 1,2 Mio. Franken darf das Theater Biel Solothurn für Auslagerung des Betriebs während des Umbaus brauchen.

Der Kreditbeschluss würde nicht reichen, denn zusätzlich veranschlagt das Theater einen Ertragsausfall von geschätzten 762 000 Franken. «Das wurde damals so festgehalten, der Betrag aber nicht im Kredit aufgenommen», bestätigt auch Finanzverwalter Reto Notter.

Nun wird diese Rechnung präsentiert: Für Ertragsausfälle und Zusatzaufwendungen soll der Rat nun einen Nachtragskredit von gut 661 000 Franken sprechen.

Biel trug ein Scherflein bei

An sich, so argumentiert das Theater, belaufe sich die Gesamtbelastung für die Stadt Solothurn durch die Interimsspielzeit trotz des jetzigen Nachtragskredits nicht auf über 1,8, sondern nur auf 1,233 Mio. Franken.

Dies aber nicht in erster Linie wegen der vom Theater explizit betonten Sparanstrengungen. Sondern weil es während der Umbauzeit weiter den Mietzins für ein Stadttheater bezahlt hatte, das eineinhalb Jahre lang gar nicht benützt werden konnte.

Deshalb werden nun die insgesamt 540 000 Franken Miete in Abzug gebracht. Oder: «Wäre die Miete nicht bezahlt worden, hätte die Stiftung Theater Orchester Biel Solothurn TOBS mehr liquide Mittel zur Deckung der Ertragsausfälle und Zusatzaufwendungen gehabt», so die Botschaft an den Gemeinderat zum Nachtragskredit.

In diesem enthalten ist übrigens ein Beitrag von 75 000 Franken der Stadt Biel, die als einziger TOBS-Vertragspartnerin ein Scherflein zu den Kosten der Interimsspielzeit beigetragen hat.

Im Februar 2012 waren die zusätzlichen 762 000 Franken auch deswegen nicht in den damaligen Kredit aufgenommen worden, weil man zuerst die Vertragspartner um Beiträge hatte ersuchen wollen.

Ein neuer Mietvertrag

Nochmals mit dem Stadttheater befasst sich dann der Gemeinderat im Rahmen der Budgetdebatte. Eine knifflige (Rechen-)Aufgabe, soll doch ein Modus Vivendi für die Stiftung TOBS gefunden werden – denn für das umgebaute Theatergebäude muss die Stadt einen wesentlich höheren Mietzins fordern als bisher.

Kostendeckend liegt dieser neu bei 690 000 Franken im Jahr; zuvor waren es 360 000 Franken gewesen. Die andern finanziellen Träger des Theaters Biel Solothurn, die Stadt Biel, der Kanton Bern und die Regionsgemeinden lehnen jedoch eine Erhöhung der Subventionen im laufenden Leistungsvertrag bis 2019 ab.

Aufgeschlüsselt müsste die Stadt Solothurn heute gut 92 000 Franken Mehrkosten durch den höheren Mietzins tragen.

Doch die restlichen 287 000 Franken der Mietzinserhöhung würden das Theater vor unlösbare finanzielle Probleme stellen, und deshalb wird nun der Antrag gestellt, bis Ende des jetzigen Leistungsvertrags 2019 der Stiftung TOBS den städtischen Beitrag der Stadt um 330 000 Franken jährlich zu erhöhen, damit diese den neuen Mietzins von 690 000 Franken gemäss dem neuen Mietvertrag entrichten kann.

Irritierte Blicke in den Westen

Zu reden geben dürfte im Rat in diesem Zusammenhang die Situation beim Vertragspartner Biel: Die Stadt Biel verlangt für ihr sanierungsbedürftiges Theatergebäude in der dortigen Altstadt ab der nächsten Saison fast 520 000 Franken Jahres-Mietzins.

Ein hoher Betrag, der in der vorberatenden Gemeinderatskommission GRK offenbar etliche Irritationen ausgelöst hat.

Besorgt verfolgt man in Solothurn die politische Entwicklung in Biel: Dort wurde eine Motion gutgeheissen, wonach ab 2018 die Subvention ans Theater Biel Solothurn um 300 000 Franken gekürzt werden soll.

«Not amused» war Stadtpräsident Kurt Fluri über diesen Schritt des Vertragspartners, der den Subventionierungsschlüssel zuungunsten auch von Solothurn verändern würde.

Und so zeichnet sich im Hinblick auf das Erarbeiten eines neuen Leistungsvertrags wohl ein hartes Ringen um jeden Franken für den künftigen Theaterbetrieb ab.