TalkTäglich
Fluri gegen Roth im Stadtpräsidiums-Talk: «Die Stundenzählerei ist eine mühsame Erbsenzählerei»

Am 2. Juli entscheidet das Stadtsolothurner Stimmvolk, wer das Stadtpräsidium für die nächsten vier Jahre übernehmen wird. Am Dienstagabend standen sich Kurt Fluri (FDP) und Franziska Roth (SP) im «TalkTäglich» gegenüber.

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Seit 1993 ist Kurt Fluri Solothurns Stadtpräsident. Auf Wunsch seiner Partei tritt er nochmals an. «Das ist für mich kein Opfer. Ich lebe nach wie vor für die Stadt und bin noch genauso motiviert wie am 1. Juli 1993», sagt er in der Sendung TalkTäglich, welche am Dienstagabend auf «TeleM1» ausgestrahlt wurde. Anna Steiner moderierte den Talk.

Fluris Kontrahentin Franziska Roth findet dennoch: «Es ist Zeit für einen Wechsel». 24 Jahre lang Kurt Fluri als Stadtpräsident seien genug. «Ich habe das Gefühl, dass dein Herz nicht mehr voll bei der Stadt ist.»

Die SP-Frau wehrt sich dagegen, «dass man 200 Prozent arbeiten kann». Einen Stadtpräsidenten brauche es in der Stadt. Vom Arbeiten übers iPad von Bern aus hält sie nichts.

«Die Stundenzählerei ist eine mühsame Erbsenzählerei», findet hingegen FDP-Mann Fluri. Er lässt den Vorwurf nicht auf sich sitzen, nur 50 bis 60 Prozent für die Arbeit als Stadtpräsident aufzuwenden. «Ich bin 50 bis 60 Stunden pro Woche für die Stadt am Arbeiten, plus etwa 10 bis 20 Stunden für den Bund und andere Mandate.» Das habe alles Platz nebeneinander. Diese Vorwürfe höre er erst seit dem Wahlkampf. Vorher sei dies nie Thema gewesen.

«Zur Chefsache machen»

Roth sei einfach nicht mehr zufrieden mit Fluris Präsenz und auch bei der Kommunikation hapere es, führt sie aus. Schlecht gelaufen sei die Verständigung zwischen dem Stadtpräsident und dem Gemeinderat beispielsweise bei der Ortsplanung und bei den Sportanlagen. Für Fluri sind das «gesuchte Gegenargumente». «Franziska Roth bemängelt Sachen, die man bisher immer so gemacht hat wie jetzt und die bisher niemand als falsch betitelt hat.» Das Vorgehen sei stufengerecht, es gebe eine klare Funktionszuordnung.

Dem widerspricht Roth vehement: «Das ist nicht wahr. Wir bringen es immer wieder aufs Tapet, dass man für die Sportvereine hinstehen muss.» Das Ganze müsse man konzeptionell angehen und zur Chefsache machen. Dass es ein Sportkonzept brauche, sieht Fluri nicht ein. «Eine Sport- oder Kulturfachstelle braucht es für unsere kleine Stadt nicht. Wir setzen unser Geld lieber für Kultur und Sport ein, anstatt für die Verwaltung.» (ldu)

Ein ausführliches Interview mit den beiden Kandidaten finden Sie hier.Und hier gibt es die Podiumsdiskussion in der Kulturfabrik Kofmehl zum Nachschauen:

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