«Für die Voliere geht ein ereignisreiches Jahr zu Ende. Dank einigen organisatorischen und optischen Anpassungen konnten wir 2018 wieder einen ansteigenden Spendeneingang verzeichnen. Einerseits haben wir die Kosten für den Versand der Spendenbriefe deutlich gesenkt. Dies auch dank helfenden Händen in der Kleintiersiedlung Brunnmatt, die die über 700 Spendenbriefe von Hand verpackt haben», ist dem Newsletter der Voliere zu entnehmen. Andererseits hätten mehr Spenderinnen und Spender dazu beigetragen, dass die Institution Voliere betrieben und gepflegt werden kann. So würden dieses Jahr endlich die alten Wasserleitungen in der Voliere ersetzt werden können, was wieder in allen Kojen zuverlässig fliessendes Wasser ermögliche.

Als das Brunnenwasser versiegte

In Solothurn gibt es noch eine alte Stadtquelle, welche den Amthausbrunnen, die Brunnen an der St.-Ursen-Kathedrale und die Voliere mit Wasser versorgt. Das Wasser entspringt mitten in einem Wohnquartier am oberen Ende des Quellenwegs in der Ziegelmatte. Die Leitung führt unter der Unteren Steingrubenstrasse zum Kunstmuseum, wo sie sich Richtung Amthausplatz und Richtung Riedholzplatz verzweigt.

In diesem heissen Sommer versiegte die Quelle während langer Zeit vollständig, wie Patrick Schärer, Chef des städtischen Werkhofs, bestätigte. Die Stadtbewohner merken es daran, dass die Brunnen kein Wasser mehr führen.

Auch die Voliere bekommt dies zu spüren, weil dann die Trinkbrunnen in den Kojen austrocknen und das Wasser täglich mit Eimerschleppen gewechselt werden muss. «Die Menge des Wassers, welche die Quelle bringt, ist massgeblich von den Witterungsverhältnissen sowie der Schneeschmelze abhängig», schreibt Patrick Schärer weiter. Wenn es in diesem Winter viel schneie, komme dies also auch den städtischen Brunnen und der Voliere im nächsten Sommer zugute.

Pauli und Chica flirten

Die beiden Graupapageien Chica und Pauli sind nicht nur die Lieblinge der Besucherinnen und Besucher der Voliere. Auch für Walter und Catrin Ferndriger sind sie die tägliche Freude bei der Arbeit in der Voliere. Während ihrer Anwesenheit bewegen sie sich im ganzen Inneren der Anlage, pfeifen, trillieren und beginnen zunehmend, auch ganze Worte nachzuahmen. Oder sie imitieren Kleinkindergeschrei so täuschend echt, dass die Betreuer schon mehr als einmal nach aussen geeilt sind, um nachzusehen. Vor allem aber scheint es zwischen den beiden Tieren, die nun über ein Jahr zusammenleben, allmählich zu funken. Wer weiss: Vielleicht gibt es in der Voliere sogar junge Graupapageien, wenn Pauli in einigen Jahren das Mannesalter erreicht ...

So oder so sei es sehr erfreulich, wie Chica wieder aufgeblüht ist, seit sie mit Pauli einen neuen Kumpel hat. Allerdings habe sie für den Jüngling keine Augen mehr, wenn Walter Ferndriger in der Voliere ist. Sobald er ihre Koje öffnet, folgt sie ihm auf Schritt und Tritt. Und sie gehorcht ihm fast wie ein kleiner Hund. «Wer hätte so etwas vor zwei Jahren gedacht, als die einsame Papageiendame noch zu Unrecht als Männchen galt und deutliche Anzeichen von Vereinsamung zeigte», freut sich das Voliere-Team im Newsletter.

Postkarten sind zu haben

Die Belegschaft der Voliere hat versuchsweise hübsche Postkarten produziert. Die ersten Models waren natürlich Graupapagei Pauli, der mit seinem Geplapper und Gepfeife innert Jahresfrist zum Publikumsliebling geworden ist. Ebenfalls posiert haben die Nymphensittiche mit ihren steilen Hauben und die blauen Agaporniden, die auch «Unzertrennliche» oder «Liebesvögel» genannt werden.

Bezogen werden können die Postkarten jeweils zwischen 9 und 11 Uhr in der Voliere oder werktags von 9 bis 18 Uhr und samstags von 9 bis 13 Uhr im Tourist Office von Region Solothurn Tourismus am Kronenplatz. Der Erlös pro Karte von 2 Franken kommt der Voliere zugute. (mgt)

Informationen: volieresolothurn.ch