Die österreichische Kollegin ist hin und weg: «Solche Strudel gibts meistens nicht einmal bei uns zu Hause!» Der Ochsenbrater kennt sich nach drei Tagen bestens aus - auch wenn sein 220-kg-Ungetüm schon am Samstagabend um 21 Uhr weggeputzt war.

Er empfiehlt der jungen Kollegin den Burgerstand unten an der Aare: «Die haben die Besten!» Ein Ritterschlag. Denn Burger stellen den Hauptharst an Food - und wir haben keinen schlechten gehabt. «Oder geh dort drüben zum kleinen schwarzen Zelt. Dort gibts japanische Pfannkuchen. Sehen zwar nicht aus wie solche, sind aber tatsächlich welche.» Tatsächlich, die drei Brutzler haben Hochkonjunktur bereits wieder am Sonntagmittag, ihre Okonomijaros mit Fisch und Fleisch gehen weg wie warme Pfannkuchen.

2. Streetfood-Festival Solothurn

2. Streetfood-Festival Solothurn

Auch Raclette-Anbieter Werner Hauser mit seiner Frau Petra Frank kann über den Umsatz nicht klagen: «Trotz der Hitze haben wir gut verkauft. Nachmittags ein bisschen weniger, abends dafür umso mehr.» Ein spezielles Kränzchen windet der Zürcher dem OK: «Es ist mit viel Herzblut dabei und hält ständig Kontakt zu den Ausstellern.» Er sei schon an einigen Streetfood-Festivals gewesen, «aber einen so schönen Platz wie hier haben wir nirgends angetroffen», deutete Hauser auf die träge dahinfliessende Aare im Rücken.

Flüssiges in rauen Mengen

Linda Gutknecht ist mit ihren Cupcakes nach «Linda’s Art» bereits zum zweiten Mal dabei. «Es ist sehr gut gelaufen, wobei der Samstag der bessere Abend war. Da gab zwischen 20 und 22 Uhr nirgends mehr einen freien Platz.»

Entsprechend war auch der Ansturm auf Getränke. Hier hatte das OK nach den Erfahrungen im Vorjahr wie auch in anderen Bereichen die Situation optimiert. Alex Müller, der mit dem Rugby Club Solothurn für Flüssigkeits-Nachschub aus einem ehemaligen Karussell mitten im Festareal sorgte, sah den Stress in Grenzen: «Wir hatten genug Leute im Einsatz und konnten das Publikum rundum bedienen. So gab es höchstens bis zu 5 Minuten Wartezeiten.»

Viel Mineralwasser war gefragt, «aber auch das Öufi-Streetfood-Bier war sehr begehrt und wir mussten auf die letzten Reserven zurückgreifen.»

In vielen Punkten optimiert

Rundum zufriedene Gesichter auch bei OK-Mitglied Chrigu Stuber und seiner Schwester Kathrin, die für den Kontakt zu den Standbetreibern zuständig ist. «Wir hatten schon am Samstagabend anhand des Getränkeausstosses mehr Leute als letztes Jahr. Und am Sonntag waren sie bereits am Mittag wieder da.»

So gegen 20'000 Besucherinnen und Besucher seien es wohl schon gewesen, schätzen beide vorsichtig den Aufmarsch - im Vorjahr hatte man noch von 15 000 gesprochen. Sehr bewährt hätten sich einige Neuerungen, die aufgrund der Erkenntnisse im Vorjahr veranlasst worden waren. «Wir hatten neu 43 Stände», so Kathrin Stuber.

Der Ochse am Spiess kommt am Streetfood-Festival an.

Der Ochse am Spiess kommt am Streetfood-Festival an.

Der Zuwachs um mehr als zehn Anbieter sei auch dank der Einführung von so genannten «Mini-Zelten» mit nur eineinhalb Metern Breite möglich gewesen. Den Grossandrang der friedlich feiernden Massen verkraftete auch der neu angebotene Wiesen-Parkplatz im Grabacker bestens, «Und sehr gut kam die neue Kinderzone südlich des Tennisplatzes an, den uns das CIS-Center freundlicherweise zur Verfügung gestellt hatte», rühmte Chrigu Stuber.

Ein Punkt war noch die Durchsetzung des OK-Konzepts, dass überall kleine Probierportionen für sechs Franken erhältlich wären - was nicht in jedem Fall gelungen sei. Das Festival sprach eindeutig ein Publikum «U 40» an - gestandene Solothurnerinnen und Solothurner liessen sich kaum blicken.

Sie alle können 2017 nachholen, was sie jetzt verpasst haben: Vom 25. bis und mit 27. August findet das 3. Streetfood-Festival Solothurn statt.