Solothurn
Flache Industriebauten müssen modernen Wohnbauten weichen

Die flachen Industriebauten, wo früher die Autophon und die Ascom zu Hause war, braucht es nicht mehr. Sie sollen einer Siedlung für Alterswohnungen mit rund 60 Mietwohnungen Platz machen.

Wolfgang Wagmann
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Ypsomed will die Gebäude im Vordergrund abreissen lassen, der Bau ganz links wird allerdings beibehalten.

Ypsomed will die Gebäude im Vordergrund abreissen lassen, der Bau ganz links wird allerdings beibehalten.

Wo sich früher die Autophon und später die Ascom erstreckte, hat sich inzwischen die Ypsomed AG breitgemacht und betreibt auf dem Areal erfolgreich die Produktion von Einweg-Pen-Systemen. Nun sollen etliche nicht mehr benötigte, eher flache Industriebauten entlang der Walter-Hammer-Strasse abgerissen werden, um nach der Umzonung die Wohnüberbauung Hofmatt Süd zu ermöglichen.

«Die Ypsomed konzentriert sich im Ausbau des Standortes Solothurn auf die Gebäude 4, 6, 10 und 24. Diese bieten auch für die nächsten Jahre die notwendigen Reserven, um unser Wachstum zu ermöglichen, teilt Benjamin Overney, Head der PR-Abteilung bei Ypsomed, auf Anfrage mit. In Solothurn baue man weiter aus – nach dem «erfolgreichen Transfer einer Pen-Nadel-Produktionsanlage von Burgdorf nach Solothurn im letzten Jahr wird in den kommenden Wochen eine neue Grossanlage für die Herstellung von Einweg-Pen-Systemen geliefert.» Dies habe auch zur Folge, dass in den kommenden zwölf Monaten neue Stellen geschaffen würden, betont Overney.

Wer im Norden baut

«Das Projekt Hofmatt Süd ist nicht von Ypsomed initiiert», erklärt der PR-Mann weiter. Kaufrechtsnehmerin sei die Alltree AG, die zusammen mit der Raurach Immobilien in Liestal für eine schweizerische Pensionskasse eine Alterswohnsiedlung mit rund 60 Mietwohnungen entwickle. Architekten sind laut Overney das Solothurner Büro Flury und Rudolf Architekten, die mit Alltree und Raurach zusammen bereits die gegenüberliegende Überbauung Wohnpark Hofmatt mit insgesamt 38 Eigentumswohnungen realisiert haben.

«Mit den Abbrucharbeiten der älteren Gebäude wird Anfang September begonnen und die Baueingabe erfolgt noch dieses Jahr», teilt die Medienstelle der Ypsomed AG weiter mit. Ein entsprechendes Abrissgesuch ist bereits in der letzten Woche publiziert worden.

Altes Discherheim soll bleiben

Im Umzonungsperimeter, also der neuen Wohnzone, steht jedoch ein Gebäude, das nicht im Abrissgesuch enthalten ist: Das ehemalige Discherheim mit Baujahr 1870, das jedoch längst durch die Heim-Neubauten im Südwesten der Industriezone seinen ehemaligen Daseinszweck eingebüsst hat. Die Ypsomed argumentierte zwar seinerzeit bei der Planung der Wohnüberbauung, das Haus sei ziemlich baufällig und habe überdies einen Grossteil seiner ehemaligen Umgebung eingebüsst. Tatsächlich steht das alte Gebäude ziemlich verloren und versteckt mitten im lange Zeit gewachsenen Industriekomplex. Nichtsdestotrotz kam die kantonale Denkmalpflege zum Schuss, so schlecht sei die Bausubstanz gar nicht und befand das Haus für «durchaus erhaltenswert», auch wenn es nicht unter Schutz stehe. Nun könnte man sich darin seitens der Investoren Eigentumswohnungen und Büroflächen vorstellen.

«Hochhaus» wurde gestutzt

Bereits 2005 hatte die Ypsomed AG eine Voranfrage zwecks Umnutzung des Areals von total knapp 10 600 Quadratmetern gestartet. Erste Planungen waren allerdings nicht durchwegs auf Begeisterung gestossen. So hatte vor allem die Idee eines siebengeschossigen «Hochhauses» unmittelbar nördlich des alten Discherheims für Stirnrunzeln gesorgt und sogar eine Überarbeitung notwendig gemacht. Nun soll das sogenannte «Punkthaus» nur noch ein Geschoss höher als die umgebende viergeschossige Wohnüberbauung (Zone W4) ausfallen. Die maximale Gebäudehöhe dürfte dann noch 16,5 Meter betragen. Zu reden gaben bei der Mitwirkung im Februar 2013 auch die wahrscheinlich rund 100 meist unterirdischen Parkplätze, eine Zahl, die allenfalls noch reduziert werden könnte. Der Gemeinderat hatte den Gestaltungsplan Hofmatt Süd letzten November zur Auflage freigegeben.