«Von Minka» sei sie, um dann in einem muntern Verschnitt von bayrisch-badensisch und Schwyzerdütsch fortzufahren. Immerhin das Wort «Finöggeli» bringt sie auf der Kofmehl-Bühne glasklar hinüber: Fatima Moumouni, wuschelköpfige und gute Laune versprühende Moderatorin der 16. Mundartnacht «gägäwärt». Noch kündigt sie an, dass SRF live dabei ist, und den Mitschnitt am 16. Mai in «Spasspartout» ausstrahlt, eventuell nochmals am 4. Juli im Rahmen von «Schnabelweid».

Dann gibt sie die Bühne frei für die beiden Lokalmatadoren Christoph Stapfer und Johnny Sollberger. Herrlich ihr Duett zum Thema «100 Johr fahre mir uf Biiipp!» - nätürlich mit dem Bipperlisi. Verfremdete Songs wie «i’ m a Bipp-, Bipp-Görl» oder die Feststellung, dass laufend Airbags am Zügli getestet werden, sorgen für die ersten Lacher. Und dann bekommen die «Banlieues von Solothurn», Olten und im speziellen Grenchen ihr Fett weg.

Eine Frau und eine «Omasch»

«Sproch isch so komisch», leitet die Basler Textkreative Sarah Altenaichinger zu einem ruhigeren Part über, wo genaues Hinhören gefragt ist. So erhellt sie die Abgründe einer durchwachten Nacht mit all ihren seltsamen Erscheinungen, abgründig, wortgewaltig. Das ist sie dann auch schon gewesen, die einzige Frau unter den 14 Acts im zweieinhalbstündigen Programm. Eine verflossene Beziehungskiste mit seiner Ex Rosemarie bringt Emanuel Bundi mit allen Gefühlswelten des aufgegebenen Lovers in seinem breiten, ruhig vorgetragenen Bàrndütsch auf die Bühne.

Explosiv dagegen der Auftritt des Langenthaler Sprachvirtuosen Valerio Moser mit seinem Partner Lukas Allemann aus Lyss auf der Sinnsuche mit dem Synthesizer, Rhythmus und Gitarre – bekannt ist das Duo auch unter dem Begriff «Moder & Sauerland». Eine «Omasch» ans Grosi im Appenzell und ihre unvergesslich Kochkunst hält der Thuner Michael Frei zum Besten; unterhaltsam und nachdenklich der Aarauer Wortdrechsler Pino Dietiker mit seinen Betrachtungen zur Kraft der Natur.

Pumpernickel und Primverse

Immer wieder staunenswert, welche Inhalte der Schwyzer Musikkabarettist Reto Zeller zu seinen faszinierenden Songs verwebt – eine wahre Ohrenweide! «Was ich mache, weiss ich noch nicht!» Das ist beim Herisauer Christian Johannes Käser oder kurz «Pumpernickel» Programm: Mit seiner Gitarre «bewaffnet» stürmt er die Bühne und erobert sie im Stegreif rappend.

Einsame Spitze und r meistbeklatscht in einem Meer von Applaus bleibt das dramatische Rückwärtsspulen eines Youtube-Filmchens zu seiner aus dem Ruder gelaufene WG-Party – Höhepunkt: Remo Rickenbacher erklärt, wie seine eigene Kotze wieder einsaugt!
Der 67-jährige Doyen der Mundartnacht, der St. Galler Joachim RIttmeyer punktet mit abgründigem, schlitzohrigen Humor: Als Schussel vom Dienst findet er nur über so genannte «Prim-Sätze» zu dem, was er eigentlich sagen möchte.

Urkomisch, mit Lachgarantie. Und mit zum grossen Schlussbukett gehört auch das Duo Bastler & Grautier, schon rein optisch eine spezielle Nummer. Der zierliche, coole Bastler mit dem blondbezopften, massigen Grautier thematisieren in ihren skurrilen Songs beispielsweise die Jagd auf einen «Werhasen». Beschrieben mit: «Dasch wiene Werwoulf, aber ebe e Has!»
So geht Mundartnacht – mit ganz viel «gägäwärt» fürs Eintrittsgeld.