Sportlich qualifizierte sich das Erstliga-Team erstmals seit zehn Jahren wieder für die Aufstiegsspiele. Im Nachwuchsbereich wurde die CCJL-A-Equipe Gruppensieger, sicherte sich den zweiten Rang in der Schweizer Meisterschaft und stiess ins Cup-Halbfinale vor. Diesen tollen Erfolgen wollten Geschäftsleitung und Vorstand nicht nachstehen. So konnte Präsident Scheidegger verkünden: «Der FC Solothurn ist per 30. Juni 2017 frei von Schulden und kann wieder ein Eigenkapital ausweisen.»

Endlich schuldenfrei

«Wir sind stolz, nach drei arbeitsintensiven Jahren den Turnaround geschafft zu haben», so der Präsident weiter. Es ist gelungen, die damaligen Fremdeinlagen von 158'809 Franken abzubauen und ein Eigenkapital von 37'074 Franken zu äufnen. Wesentlich zu diesem Ergebnis beigetragen hat die zweite Tranche des Transfererlöses von Gökan Inler von Neapel zum nachmaligen englischen Meister Leicester City auf die Saison 2015/16 von 40'552 Franken. Zudem konnten 39'500 Franken stille Reserven aufgelöst werden, wie der Finanzverantwortliche David Brand erläuterte. Trotz dieser beeindruckenden Leistung bleibt Scheidegger Realist: «Wir dürfen weiterhin nicht über unseren Verhältnissen arbeiten, wir müssen aufpassen, denn diese Reserve kam wegen spezieller Einnahmen zustande.» Entsprechend vorsichtig fällt der Voranschlag 2017/18 aus. Es wird mit einem Gesamtaufwand von 766'000 Franken (Vorsaison 840'710 Franken) gerechnet. Wiederum werden 40'000 Franken Ausbildungsentschädigungen aus Transfers von beim FC Solothurn ausgebildeten Spielern eingerechnet. Diese Vorsicht ist geboten, zumal der Nachwuchs-Hauptsponsor Swiss Prime Site ersetzt werden muss.

Ziel ist die Promotion League

«Die erste Mannschaft spielt leider eine Liga zu tief», eröffnete Sportchef Hans-Peter «Bidu» Zaugg seinen Rückblick. Er gibt deshalb ganz klar den Aufstieg in die Promotion League als Ziel heraus. «Die Spieler haben meinen Assistenten Rolf Leibundgut und mich ganz ungläubig angeschaut, als wir dieses Ziel für die Saison 2016/17 definierten», sagte Zaugg. Es brauchte einen langen Prozess, um doch noch in die Aufstiegsrunde zu gelangen. «Gegen den Top-Favoriten Yverdon hätten wir noch ein Tor zum Aufstieg gebraucht», bedauerte er.

Den neuen Trainer Dariusz «Darek» Skrzypczak hatten die Verantwortlichen schon länger auf dem Radar. «Er ist umsichtig, coacht gut und hat keine negativen Emotionen, wobei wir wissen, dass er Profi-Trainer werden will und nicht lange bleiben wird», meinte Zaugg. Hingegen war es wichtig, das Kader zusammenzuhalten. «Mit diesem Budget haben wir gewusst, dass wir keine Spieler aus oberen Ligen holen können, zudem bräuchten wir Verstärkungen und nicht Ergänzungsspieler», gibt sich Zaugg zuversichtlich. Übrigens, um sich nach den zwei Startsiegen optimal auf das dritte Meisterschaftsspiel von heute Samstag bei Aufsteiger Kickers Luzern vorzubereiten, wurde das Fanionteam vom Besuch der Generalversammlung dispensiert. Training war angesagt. Deshalb waren nur 26 Mitglieder anwesend.

Nachwuchs auf gutem Weg

Für Nachwuchschef Ronald «Rony» Vetter hat nicht nur der Leistungsbereich grosse Bedeutung. Ebenso am Herzen liegen ihm die Förderung des Breitensports im regionalen Bereich und das polysportive Angebot für die Jüngsten. «Dieses boomt, hatten wir im ersten Jahr 25 Teilnehmende, sind es am Mittwoch beim ersten Training 40 gewesen», freute sich Vetter.

Auf der Stufe Leistungssport kann sich der FC Solothurn für seine Talente auf die Zusammenarbeit mit dem FC Basel und für den nahtlosen Übergang in obere Altersklassen mit Xamax Neuenburg abstützen.

Bidu Zaugg neu GL-Mitglied

Wenige Veränderungen gab es in der Organisation. Nach dem Rücktritt von Sportchef Francisco Fernandez auf Ende Jahr hatte Trainer Zaugg zusätzlich diese Aufgabe übernommen. Weil Zaugg seinen Trainer-Job mit Ende der Saison 2016/17 beendete und sich auf das Sportchef-Amt konzentriert, wird er neu Mitglied der Geschäftsleitung.

Das Vizepräsidium wird neu zwischen Marc Kalousek und dem bisherigen Amtsinhaber Silvan Studer aufgeteilt. Kalousek wird sich in erster Linie der Unterstützung der Finanzbeschaffung annehmen. Seine bisherige Aufgabe, die Organisation von Anlässen, wird aufgeteilt.
Aus dem Vorstand verabschiedet wurde der ehemalige Spieler und Finanzchef Ehrenmitglied Roland Rüetschli. Francisco Fernandez stiess 2000 als Juniorentrainer zum FC Solothurn. Er war drei Jahre Geschäftsleitungsmitglied und 30 Monate Sportchef. Für seine Verdienste wurde der grosse FC-Barcelona-Anhänger zum Ehrenmitglied ernannt.