Filmtage
Filmtage-Präsidentin gefällt die Schlussveranstaltung am besten

Mit zwei Preisverleihungen gingen die 48. Filmtage am Donnerstagabend zu Ende. Direktorin Seraina Rohrer war vollumfänglich zufrieden. Auch die Neuerungen kamen gut an.

Fränzi Rütti-Saner
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Preisverleihung Filmtage: Prix de Soleure und Prix du Public
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Seraina Rohrer
Solothurner Stadtpräsident Kurt Fluri
Markus Imhoof freut sich sehr über den «Prix du public».
Markus Imhoof
Die Jury des «Prix de Soleure»: (v.l.) Dick Marty, Stéphanie Chuat und Michèle Rothen war ganz begeistert vom Esprit in Solothurn.
Kantonsrätin Barbara Streit-Kofmel mit ihrer Tochter
Kantonsrätin Franziska Roth, Tourismus-Direktor Jürgen Hofer und Anna Rüefli
Kantonsrätin Susan von Sury

Preisverleihung Filmtage: Prix de Soleure und Prix du Public

Hanspeter Bärtschi

«Soirée de clôture» heisst die Schlussveranstaltung der Solothurner Filmtage, die jeweils im Landhaus-Saal mit zwei Preisverleihungen enden. Christine Beerli, die Präsidentin der Gesellschaft Solothurner Filmtage meinte denn auch in ihren Begrüssungsworten: «Ich habe die Eröffnung der Filmtage sehr gerne. Doch die Schlussveranstaltung ist mir fast noch lieber, denn dann weiss ich, dass alles gutgekommen ist.»

Kommentar: Das Geheimnis von Solothurn

Die 48. Solothurner Filmtage sind gestern mit den Verleihungen von Prix de Public und Prix de Soleure zu Ende gegangen. Noch nie - so hatte man dieses Jahr den Eindruck - waren die Filmtage in der Stadt Solothurn so präsent. Noch nie waren die Solothurner so stolz auf die Filmtage.

Direktorin Seraina Rohrer hat bei ihrer Eröffnungsrede angekündigt, dieses Jahr kompromisslose, radikale Film zu zeigen. Filme, über die gesprochen werde. Dieses Versprechen hat sie wahrgemacht und trotzdem gab es weder Skandale noch Proteste, wie das in früheren Jahren gut und gerne vorkam. Gut 60 000 Besucher - neuer Zuschauerrekord - kamen und wollten sich diese teilweise unbequemen Filme ansehen. Erstaunlich, denn wer geht schon unterm Jahr extra ins Kino, um einen Schweizer Film zu schauen? Warum also der Besuch der Solothurner Filmtage, vor allem auch, wenn man schon im Voraus weiss, dass man für seinen Film in der Kälte anstehen muss.

Es ist das Festival-Gefühl. Das gemeinsame Erlebnis. Wo, wenn nicht hier in Solothurn, kann man sich an einer Diskussion mit Regisseuren oder Produzenten über Film unterhalten? Wo, wenn nicht in Solothurn, lernt man im Landhaus den jungen Schauspieler kennen, der gerade auf dem Sprung zur grossen Karriere ist? Auch wenn hier der grosse rote Teppich und die langen Galaroben fehlen - oder gerade deshalb -, ist hier der Kontakt zur Filmgilde schnell und unkompliziert hergestellt. Das macht der Reiz der Filmtage in Solothurn aus. Man kommt, um Filme zu schauen, und wenn es im Kino keinen Platz mehr hat, amüsiert man sich halt in einer der Beizen im Städtli, denn am gleichen Tisch sitzt die Hauptdarstellerin des Filmes, den man gerade erst gesehen hat. (Fränzi Rütti-Saner)

Tatsächlich können die 48. Solothurner Filmtage, die zweiten unter der Ägide von Seraina Rohrer, als eine sehr erfolgreiche Ausgabe in die Annalen eingehen. «Es waren geschichtsträchtige Filmtage», meinte auch Rohrer. Sie bezog dies auf die Filmtechnik. «Es waren die ersten Filmtage, in denen jeder Film digital abgespielt wurde.» Sie habe sich kompromisslose und kritische Filme gewünscht und das Publikum habe dies verstanden. Entsprechend honorierte es die Filmauswahl mit einem neuen Besucherrekord. Gut 60'000 Zuschauer werden es an den 48. Solothurner Filmtagen gewesen sein. Noch sind die Zahlen nicht abschliessend bekannt.

Die Wiedereröffnung des Konzertsaales als Abspielstätte und die Anpassungen, sprich Straffungen im Programm, haben sich ausgezahlt, so Rohrer weiter. «Im Konzertsaal herrschte von Anfang an eine magische Stimmung. Der Saal bebte», sagte sie. «Nicht nur wegen der vielen Musik, die es dieses Jahr an den Filmtagen auch gab.» Die Filmtage-Direktorin dankte natürlich auch ihrem Team, das während der vergangenen acht Tage sein Bestes gegeben habe.

«Trotz gewisser Verdüsterung»

Der Solothurner Stadtpräsident Kurt Fluri nahm die Dankesworte auf. Auch er zog eine absolut positive Bilanz der Ausgabe 2013. Nicht nur das Publikum, auch die Solothurner Gastronomie und Hotellerie könne absolut zufrieden sein. Es freue ihn, dass die Standortfrage heute gar nicht mehr gestellt würde. Fluri gab ein finanzielles Bekenntnis zu den Filmtagen ab. «Auch die Mitfinanzierung durch die öffentliche Hand auf dem heutigen Niveau als Minimum ist unbestritten und wird – da bin ich überzeugt – trotz einer gewissen Verdüsterung des finanzpolitischen Horizontes unbestritten bleiben.»

Die Preisträger

Zum siebten Mal wurde an den Solothurner Filmtagen ein Film für den «Prix du public» ausgewählt. Das Filmtagepublikum wählt aus zehn vorher ausgesuchten Filmen denjenigen, der ihm am besten gefällt. Dieser mit 20000 Franken von den Sponsoren Post und Swisslife finanzierte Preis ging ohne grosse Überraschung an den Film «More than Honey» von Markus Imhoof. Überraschend war dann allerdings, was der Oscar-nominierte Regisseur sagte. «Vielen Dank. Ich habe in meiner ganzen Karriere noch nie einen Publikumspreis erhalten.»

Es war dann an der Jury Stéphanie Chuat, Michèle Rothen und Dick Marty, den Preisträger für den «Prix de Soleure» zu präsentieren. Dieser mit 60000 Franken höchste dotierte Filmpreis der Schweiz ging ebenfalls an ein Werk, in dem Bienen und Honig die Hauptrolle spielen. Es ist «Der Imker» des kurdischen Regisseurs Mano Khalil. Die Freude des Film-Hauptprotagonisten, des Imkers Ibrahim Gezer war so gross, dass er allen ein Glas eigenen Honig auf der Bühne überreichte.