Visionierungs-Marathon
Filmtage-Auswahlkommission bekommt Stadtpräsident Kurt Fluri gleich mehrfach zu sehen

Der Visionierungs-Marathon für die 53. Solothurner Filmtage geht am Freitagabend zu Ende. Eine Auswahlkommission rund um Direktorin Seraina Rohrer schaut sich 686 eingereichte Filme an. Darunter sind auch einige mit Solothurns Stadtpräsident Kurt Fluri zu finden.

Fränzi Zwahlen-Saner
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Seraina Rohrer öffnet die momentan nicht zugängliche Tür zum Uferbau.
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Filmvisionierungs-Marathon für die kommenden Solothurner Filmtage

Seraina Rohrer öffnet die momentan nicht zugängliche Tür zum Uferbau.

Hanspeter Bärtschi

Seit Freitag, 3. November, jeweils von 9 bis 23 Uhr, sitzt die siebenköpfige Auswahlkommission der Solothurner Filmtage zur Visionierung der Langfilme im Uferbau in Solothurn. Mitte Oktober habe man sich die Kurzfilme angeschaut, berichtet Filmtage-Direktorin Seraina Rohrer. «Das war noch intensiver als jetzt die Langfilme. Wir schauten da 50 Kurzfilme pro Tag und auf jeden muss man sich emotional einlassen.» Doch auch die Sichtung der Langfilme, ob Dokumentar- oder Spielfilm, ist Knochenarbeit. Heute Abend geht der Visionierungs-Marathon mit der Schlussdiskussion der siebenköpfigen Auswahlkommission zu Ende, bilanziert Rohrer.

Insgesamt wurden dieses Jahr 686 Filme eingereicht und erfahrungsgemäss schaffen es 30 bis 40 Prozent davon ins Filmtageprogramm. «Jeder Film wird auf der Leinwand angeschaut. Die Mitglieder haben nummerierte Notizzettel vor sich und bewerten bei jedem Film Form, Kamera, Storytelling, einzelne Szenen, ob Inhalt und Form stimmig sind, sich ergänzen oder durch Originalität überzeugen, erklärt die Direktorin das Auswahlprozedere. Sie ist zufrieden mit den eingereichten Arbeiten dieses Jahr. «Wir haben verschiedene starke Filme – im Spielfilm- und im Dokumentarbereich.»

Politische Themen

«Viele Filmemacher beschäftigen sich mit Aussenseiterschicksalen oder beleuchten vielschichtige komplexe Themen.» Es falle auch auf, dass im Gegensatz zu früheren Jahren die Politik oft Gegenstand der Filme sei. «Politische Systeme werden hinterfragt, komplexe Zusammenhänge aufgezeigt. Dazu hat sicher auch die Polarisierung in der Gesellschaft beigetragen», so die Filmtage-Direktorin.

Aufgefallen ist ihr, dass der Solothurner Stadtpräsident Kurt Fluri mehrfach auf der Leinwand zu sehen ist. Von den eingereichten Langfilmen seien zwei Drittel Dokumentationen, das bestätigt die Tendenz der Vorjahre. «Es ist eine Stärke des Schweizer Dokfilms, wichtige und richtige Fragen zu stellen», so Rohrer.

Die Solothurner Filmtage finden vom 25. Januar bis 1. Februar 2018 statt.

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