Solothurn
Fiktiver Einkauf gefiel den Solothurnern

Diese Woche ging die Wanderausstellung «Clever» zum Thema des nachhaltigen Konsums in Solothurn mit einem Besucherrekord zu Ende. «Gerade die Hauswirtschaftslehrerinnen zeigten sich begeistert über das Angebot», sagt Marguerite Misteli.

Andreas Kaufmann
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Auch Regierungsrat Remo Ankli (links) wollte es wissen.

Auch Regierungsrat Remo Ankli (links) wollte es wissen.

Anne-Regula Keller

Ein ums Mehrfache überbotener Rekord bei den Besucherzahlen, dies konnte diese Woche Sabine Lerch, Projektleiterin der Wanderausstellung «Clever», für die Präsenz auf dem Kreuzackerplatz vermelden. Einen Monat lang hatte die Ausstellung von Biovision, einer Stiftung für ökologische Entwicklung, Passanten und vorab Interessierte auf das Thema «nachhaltigen Konsum» aufmerksam gemacht. Die Grundaussage: Gerade in diesem Verhaltensbereich könne der Einzelne vieles bewirken, um das 2000-Watt-Ziel zu erreichen. «Ernährung und Konsum machen einen Viertel des persönlichen Energiebedarfs aus», erklärt Marguerite Misteli von 2000-Watt-Region Solothurn – die Bürgerinitiative, die die Wanderausstellung nach Solothurn gebracht hat. Umso wichtiger sei deshalb die Sensibilisierung. «Die Möglichkeiten zu mehr Nachhaltigkeit sind gerade in den Aspekten Ernährung und Konsum am einfachsten aufzuzeigen», so Misteli weiter.

In einer Simulationsanordnung konnten Besucher ihren Einkaufskorb fiktiv mit mehr oder weniger ökologisch verträglichen Produkten füllen, um am Schluss eine entsprechende Bilanz zu erhalten: Wie viel Fairtrade steckt in den Bananen? Wie viel graue Energie in den Kartoffeln? Wie sozialverträglich ist das erworbene Handy? Oder: Wie Öko ist das Öko-Ei wirklich? Die anwesenden Ausstellungsbetreuer ermöglichten überdies den Dialog und lieferten Antworten auf offene Fragen.

Schulen nutzten das Angebot rege

Der Rekord in Solothurn ist nicht zuletzt den Schulklassen zu verdanken, die mitunter im Rahmen des Hauswirtschaftsunterrichts in die «Clever»-Ausstellung kamen. Insgesamt 35 Oberstufenklassen und 38 Berufsschulklassen, sowie 2 Wallierhof-Klassen fanden sich zum simulierten Nachhaltigkeitscheck auf den Kreuzackerplatz ein. «Gerade die Hauswirtschaftslehrerinnen zeigten sich begeistert über das Angebot», resümiert Misteli. Oftmals sei es ihnen im Unterricht nicht möglich, den Aspekten Bio und Fairtrade genügend Augenmerk zu schenken. Bei einigen Klassen wurden im Vorfeld der Ausstellung bereits einführende Gedanken in den Unterricht eingebaut. Ebenso wird es für einige Schüler eine Reprise in Sachen nachhaltigen Konsum geben. «WeAct-Challenge» nennt sich das Nachbereitungsangebot, bei dem die Jugendlichen in Gruppen um den nachhaltigsten Einkauf wetteifern. Für Lerch ist klar: Die Anwesenheit der Schulklassen habe zu einem Multiplikatoreffekt geführt, was wohl auch den übermässigen Besucheransturm im vergleichsweise kleinen Solothurn erkläre.

«Wir sind froh, dass wir mit Partnern diese Ausstellung realisieren konnten. Alleine hätten wir die Ressourcen dafür nicht gehabt», äussert sich Misteli dankbar zum Abschluss der Ökoschau. Oftmals seien die Leute über die Produktionszusammenhänge überrascht gewesen, die hinter den gekauften Produkten stecken. «Eine wichtige Erkenntnis ist auch, dass es ein pauschales ‹Richtig› oder ‹Falsch› beim Einkaufen kaum gibt.» So gebe es nach einem Besuch von «Clever» lediglich eine einfache Konsequenz: «Du entscheidest, was du willst.»