Solothurn
Feuerwehr muss nach Rohrbruch im Manor-Restaurant vier Stunden lang pumpen

Das Warenhaus Manor in der Solothurner Altstadt musste am Montagmorgen wegen eines Rohrbruchs im Restaurant geschlossen werden. Die Feuerwehr musste vier Stunden lang Wasser pumpen. Am Nachmittag öffneten einige Abteilungen wieder.

Wolfgang Wagmann und Andreas Kaufmann
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16 Mitglieder der Feuerwehr Stadt Solothurn sind am Montagmorgen im Manor an der Gurzelngasse im Einsatz.
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Wasserschaden im Manor Solothurn
Gleich sechs Fahrzeuge der Feuerwehr sind vor Ort
Das Wasser floss bis in den Keller. Vier Stunden lang mussten die Feuerwehrleute pumpen.
Im Schaufenster von Manor heisst es, es habe eine technische Störung gegeben.
Am Morgen blieb das Warenhaus komplett geschlossen. Mitte Nachmittag öffneten wieder einige Abteilungen.

16 Mitglieder der Feuerwehr Stadt Solothurn sind am Montagmorgen im Manor an der Gurzelngasse im Einsatz.

Andreas Kaufmann

Die Feuerwehr der Stadt Solothurn musste am Montagmorgen zu einem Einsatz in der Solothurner Altstadt ausrücken. Im Warenhaus Manor an der Gurzelngasse gab es einen Wasserschaden. Das ganze Haus blieb deshalb bis in den Nachmittag hinein geschlossen – ein Schild mit dem Text «Wegen einer technischen Störung bleiben verschiedenen Abteilungen geschlossen» informierte die Kundschaft.

«Unser technischer Dienst hat diesen Schaden heute Morgen in der Früh entdeckt», erklärte Regionaldirektor Flavio Milani. Der Wasserschaden wurde offenbar durch eine technische Störung ausgelöst. Die genaue Ursache und das Ausmass des Schadens seien noch unklar. «Das ganze Warenhaus ist zurzeit geschlossen und wird es sehr wahrscheinlich heute auch bleiben», sagte Milani dann gegen Mittag.

Vom Restaurant aus

«Wir wurden um 6.40 Uhr durch die Alarmzentrale aufgeboten», erklärt Daniel Schär Einsatzleiter der Stützpunktfeuerwehr. «Der Hauswart hatte allerdings das Wasser schon zugedreht, sodass kein weiteres Wasser mehr aus der geborstenen Leitung in der Küche des Warenhaus-Restaurant Manora mehr austreten konnte.»

Doch habe es sich beim diesem Leitungsbruch um den «Worst case», den schlimmsten aller möglichen Schadenereignisse dieser Art gehandelt, denn der Austritt des Wassers erfolgte im obersten Stockwerk und drang dann durch alle weiteren Böden und Decken bis ins unterste Stockwerk, das zweite Untergeschoss vor, wo sich laut Schär vor allem Technikräume befinden.

Betroffen sei im U-förmigen Gebäude – das Manor-Warenhaus umschliesst eine Privatliegenschaft an der Gurzelngasse – nur der westliche Trakt, also der Gebäudeteil Richtung Bieltor. Im Ostteil sei dagegen kein Wasser festgestellt worden.

Vier Stunden lang gepumpt

«Wir hatten insgesamt 16 Mann im Einsatz, die mit Wassersaugern und Tauchpumpen vier Stunden lang dem Wasser zu Leibe rückten», zeigt Daniel Schär das Ausmass des unliebsamen Ereignisses auf. Zwar habe sich das Wasser nicht auf jedem Boden flächendeckend verteilt, sondern sei durch die erstbeste Lücke weiter nach unten gedrungen - also auf einem relativ eingegrenzten Raum.

Aber teilweise habe das Wasser doch einige Zentimeter hoch und bis zu den Aussenmauern gereicht. «Es floss wie ein Wasserfall herunter. Doch über die Rolltreppen ist kein Wasser heruntergelaufen», weiss der Einsatzleiter. Keine Auskunft kann Schär natürlich darüber geben, wie lange das Wasser aus der geborstenen Leitung ungehindert seinen Lauf genommen hatte – möglicherweise war das Unheil schon am Sonntag entstanden, als das Warenhaus geschlossen war.

Heikle Situtation

Ein Punkt war bei der Bewältigung des Schadenereignisses recht heikel: «Die heruntergehängten Decken wurden durch das Wasser beschädigt. Und in ihnen sind die Stromschienen verlegt», macht der Einsatzleiter auf das Risiko eines Stromschlags aufmerksam. Und überraschenderweise habe man im Warenhaus «recht lange» über Strom verfügt.

Die Feuerwehr unterbrach dann die Stromversorgung im ganzen Haus, um eine Gefährdung auszuschliessen – Strom und Wasser sind bekanntlich eine höchst unehilige Allianz. «Wir haben dann eine eigene Stromleitung verlegt», so Schär – und erst ab dann habe das Manor-Personal bei den Putz- und Aufräumarbeiten mitwirken dürfen.

Wie geht es jetzt weiter?

Wieweit und wann Manor wieder öffnet war zunächst noch unklar. «Wir arbeiten aber daran, die Störung schnellstmöglich zu beheben», liess die Manor-Direktion noch vor dem Mittag verlauten. Gegen 15.30 Uhr sah man dann klarer. Regionaldirektor Flavio Milani teilte mit, dass «Manor Solothurn bereits am Montag gegen 16 Uhr wieder teilweise geöffnet sein wird. Leider sind die Rayons Spielwaren, Kinder, Papeterie sowie Elektro Haushalt noch nicht zugänglich, sollten aber in den nächsten Tagen wieder gänzlich für die Kunden bereit sein.»

Auch das Manora Restaurant, das den ganzen Montag über geschlossen war, «heisst ab Montag seine Kundinnen und Kunden zur regulären Zeit wieder willkommen».

Innenhof soll integriert werden

Derzeit scheint Manor in Solothurn ohnehin nicht mehr aus der Negativ-Spirale zu kommen: Erst vor einigen Wochen hatte die Warenhaus-Leitung verkündet, dass man auf Ostern 2018 den Standort von Manor Food in der Schanzmühle ersatzlos aufgeben werde. Davon betroffen sind 45 Arbeitsplätze im beliebten Einkaufscenter nördlich der Altstadt. Begründet worden war die Aufgabe mit der Unmöglichkeit, bis zum Auszugstermin der der Schanzmühle eine Lösung für die Anlieferung des Food-Bedarfs in der Altstadt zu finden.

Gegen eine massive Ausweitung der Logistik über die St. Urbangasse hatten sich viele Anstösser mit Einsprachen gewehrt. Festhalten wolle Manor dennoch an seinem Umbauplänen im Stammhaus in der Gurzelngasse - so soll beisipielsweise der angemietete Innenhof der Nachbarliegenschaft unterbaut und als zusätzliche Verkaufsfläche integriert werden. Ein Vorhaben, das schon vor Jahren geplant und auch als Baugesuch eingegeben worden war.