Staatsanwaltschaft
Feuerdrama in Solothurn: Frau gesteht, im Bett geraucht zu haben – und wird aus Haft entlassen

Die Frau, die für das Feuer in einem Mehrfamilienhaus in Solothurn mit sechs Toten verantwortlich ist, wurde wieder aus Polizeigewahrsam entlassen. Sie hat gestanden, im Bett geraucht zu haben.

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In einem Mehrfamilienhaus an der Wengistrasse 40 in Solothurn brannte es in der Nacht auf Montag, 26.November 2018.
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In dem Gebäude befanden sich zu diesem Zeitpunkt 20 Personen, die grösstenteils mit Hilfe der Feuerwehr aus dem Haus gebracht wurden.
Die Feuerwehr war mit einem Grossaufgebot im Einsatz.
Starke Rauchentwicklung
Sechs Personen starben in dieser Nacht, ein weiteres Kind erlag später seinen Verletzungen im Spital.
Der Kanton Solothurn hatte 2018 im Haus zwei Stockwerke für die Unterbringung von Asylsuchenden angemietet.
Im Haus gab es keine Rauchmelder

In einem Mehrfamilienhaus an der Wengistrasse 40 in Solothurn brannte es in der Nacht auf Montag, 26.November 2018.

Kapo SO

Am Montagnachmittag nahm die Polizei eine Frau vorläufig fest. Sie hatte in der Nacht auf Montag im Haus an der Wengistrasse 40 «durch unsachgemässen Umgang mit Raucherwaren» ein Feuer mit verheerendem Ausgang ausgelöst.

Die Staatsanwaltschaft könnte innert 48 Stunden nach der polizeilichen Festnahme entweder Antrag auf Untersuchungshaft beim Zwangsmassnahmengericht stellen oder die Person frei lassen.

Nun hat die Solothurner Staatsanwaltschaft entschieden, keinen Antrag zu stellen. «Es liegen keine Haftgründe vor», sagt Mediensprecherin Cony Zubler gegenüber TeleM1. Der Sachverhalt sei so weit geklärt. Die beschuldigte Person habe ausgesagt, im Bett geraucht zu haben. «Das deckt sich mit den derzeitigen Erkenntnissen der Brandermittler», so Zubler.

 Es war nachts um 2.10 Uhr, am 26.November 2018, als ein Bewohner des Mehrfamilienhauses an der Wengistrasse 40 Rauch im Treppenhaus entdeckte. Er handelte rasch und löste Alarm aus.
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 Er handelte rasch und löste Alarm aus. Die Feuerwehr rückte in der Nacht vom Sonntag auf den Montag unverzüglich mit einem Grossaufgebot aus und brachte 19 Personen in Sicherheit.
 Die tragische Gewissheit Stunden danach: Für 6 Personen kam jede Hilfe zu spät. Vier Erwachsene und zwei Kinder starben beim Unglück.
 Eine vierköpfige eritreische Familie wurde komplett ausgelöscht. Ein weiteres Kind erlag zwei Tage später im Spital seinen Verletzungen.
 Insgesamt forderte der Brand in der Nacht vor genau einem Jahr 7 Todesopfer.
 Die Feuersbrunst wurde durch eine Zigarette ausgelöst, wie die Polizei noch am Tag des Brandes erklärte.
 Die Stadt stand in den Tagen danach unter Schock. Es gab auf den Strassen nur ein Thema.
 Und das Bedürfnis, gemeinsam zu trauern.

Es war nachts um 2.10 Uhr, am 26.November 2018, als ein Bewohner des Mehrfamilienhauses an der Wengistrasse 40 Rauch im Treppenhaus entdeckte. Er handelte rasch und löste Alarm aus.

Kapo SO

Damit eine Untersuchungshaft angeordnet werden kann, müssen mehrere Voraussetzungen gegeben sein. Dazu gehört ein dringender Tatverdacht zu einem Vergehen. Darüber hinaus müsste aber zusätzlich mindestens ein sogenannter «besonderer Haftgrund» gegeben sein – dazu gehören etwa Fluchtgefahr, Verdunkelungsgefahr oder Ausführungsgefahr. Diese sind im Fall der Frau nicht gegeben.

Ein Bewohner des Mehrfamilienhauses hatte gegen 2.10 Uhr Rauch im Treppenhaus bemerkt und Alarm ausgelöst. Die Feuerwehr rückte mit einem Grossaufgebot aus. 19 Personen konnten von der Feuerwehr in Sicherheit gebracht werden. Sechs Personen starben. Darunter befinden sich zwei Kinder. Ein weiteres Kind erlag im Spital seinen schweren Verletzungen. (ldu)