Der Abbruch der Schanzen war für ihn ein unerträglicher Sündenfall. Bei anderen Bauten, und mochten sie noch so marode sein, stemmte er sich zu Lebzeiten mit Vehemenz gegen einen Abriss. Paul L. Feser kannte keine Kompromisse und riskierte beispielsweise beim Erhalt des ehemaligen «Bären» an der Baselstrasse den ganz grossen «Chlapf» einer Hotelruine, der nur in extremis abgewendet werden konnte. Und wo es nichts mehr zu retten gab, dokumentierte er unermüdlich, was das alte Solothurn für ihn so schön, ja fast mystisch erhaben gemacht hatte.

Es braucht Leute wie Paul L. Feser, die sich für ihre Heimat einsetzen. Und so gesehen hat kaum ein anderer die seltene Ehre einer Erinnerungstafel in der Verenaschlucht so verdient wie er. Für die er sich stets mit all seinen Kräften eingesetzt hatte. Denn schon zu seinen Lebzeiten kam es noch zu krassen Sündenfällen im Solothurner Stadtbild. Erinnert sei nur an den unseligen Abriss des Hotels Metropol in den Siebzigerjahren, ersetzt durch einen gesichtslosen Kiesbeton-Plattenbau.

Doch Solothurn kann nicht nur mit Fesers leben. Wir haben riesige Altlasten, zum Teil mit dem Attribut «Aktenzeichen XY ungelöst». Wie ein Kapuzinerkloster. Seit 2003 brachliegend, kaum genutzt. Es werden noch mehr solche Brocken dazukommen. 2020 will Solothurn seine 2000-jährige Geschichte feiern und Rückschau halten. Das lag uns schon immer. Nostalgie. Auch falsche, wie beim Feser’schen Erbe, das Alte Berntor wieder aufzubauen. Aber: Ein bisschen Feser steckt halt in uns allen – darum werben wir auch mit der Affiche «Schönste Barockstadt der Schweiz».