Fernwärme
Fernwärme macht sich auf den Weg nach Westen

Die Regio Energie Solothurn erschliesst neue Gebiete mit Fernwärme aus der Kebag. Die Leitung wird von der Vorstadt bis zur Kantonsschule fortgesetzt. Auch das Bürgerspital wird angeschlossen.

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In zehn Schritten zur Fernwärme
10 Bilder
2 Rohrmontage
3 Schweissarbeiten
4 Druckprobe
5 Nachisolation
6 Dehnzonenmontage
7 Vorspannung mit Heisswasser
8 Einsanden
9 Grabenverfüllung
10 Instandstellung

In zehn Schritten zur Fernwärme

Nach der Schliessung der Grossabnehmer Borregaard und Sappi verfügt die Kebag über Fernwärme in Hülle und Fülle. Dies ermöglicht der Regio Energie Solothurn (RES) eine Erweiterung des Versorgungsgebietes. Vertreter der RES informierten die Anwohner am Dienstag über das Bauprogramm, das von Februar bis Dezember realisiert wird.

Ehrgeiziges Bauprogramm

Vom Rossmarktplatz über die Berntorstrasse bis zur Wengibrücke wird ab Ende Februar bis Juli das letzte Stück südlich der Aare verlegt. Die Leitung führt dann unter der Wengibrücke über die Aare und danach über die Westbahnhofstrasse via Amthausplatz, Werkhofstrasse, untere Steingrubenstrasse bis hinauf zum Kloster Namen Jesu und zur Kantonsschule.

Das sei ein ehrgeiziges Bauprogramm, erklärte Projektleiter Stefan Schluep an der Anwohnerorientierung. Zudem wird die Leitung von der Biberistsstrasse bis zum Bürgerspital verlängert, wobei gleichzeitig die Kanalisation im Höhenweg auf einer Länge von 70 m ersetzt wird. Auch auf der Wengistrasse wird die Kanalisation auf einer Länge von 200 Meter ersetzt.

Bau ist relativ aufwändig
«Die Berntorstrasse wird für den Bus befahrbar bleiben, ebenso bleibt das Trottoir offen», versicherte Schluep an der Orientierung. Für die Belieferung der Restaurants werde eine Ablademöglichkeit bereitgestellt. Mit Stehtafeln soll zudem über das Projekt informiert werden.Der Bau der Fernwärmeleitung nehme relativ viel Zeit in Anspruch, räumte Schluep ein. Es sei mit offenen Gräben während 6-8 Wochen zu rechnen für die insgesamt 12 Arbeitsschritte zwischen dem Abstecken der Trasse und dem Wiederaufbringen des Belags. Die dick isolierten Stahlrohre (jeweils 2 für Vor- und Rücklauf) werden vor Ort verschweisst, auf Dichtigkeit geprüft und einem Test für die Dehnzonen unterzogen.

Noch freie Kapazitäten

Es ist mit Baukosten von 1500 bis 2000 Fr. pro Meter zu rechnen. Das 19 km lange Netz mit ca. 200 Abnehmern verteilt jährlich 72 000 MWh Energie, was 7,2 Mio. Liter Öl einspart. Zurzeit sind 24 Megawatt der Kebag-Kapazität von 40 MW verkauft. «Man kann sich auch jetzt für einen Anschluss entscheiden, die Wärme aber erst später beziehen», erklärte Daniel Kammermann von der RES.

Je nach Situation ist mit Anschlusskosten von 8000 bis 18 000 Fr. zu rechnen. Die konventionelle Heizung muss durch einen Wärmetauscher (ab 35 000 Fr. ) ersetzt werden. «Dafür kommen die Kunden in den Genuss einer günstigen und umweltfreundlichen Energie für Heizung und Warmwasser», betonte Kammermann. Die Eckwerte: 48 Fr./Jahr pro kW installierte Leistung, 5,8 Rp pro KW bezogene Energie, 28 Fr. Abogebühr pro Monat.