Solothurn

Fernwärme für Rythalle und Co. – Wo man gräbt, wird es eng werden

Die Regio Energie plant zusammen mit der Stadt Solothurn ihr nächstes Erweiterungsprojekt für das Fernwärmenetz. Grosse öffentliche Bauten wie die Schanzmühle, der Rötihof oder die Reithalle stehen auf dem Plan. Die Bauarbeiten bringen auch Verkehrsbehinderungen mit sich. Weitere Fernwärme-Etappe Auch am Mitwirkungsabend blieben etliche Fragen zur geplanten Erschliessung offen.

Mit dem sogenannten «Baulos 40» wird eine ganze Reihe grösserer öffentlicher Bauten ans bestehende Fernwärmenetz angeschlossen. Am Mitwirkungs-Info-Abend liessen sich ganze 14 Personen blicken, meist direkt betroffene Anwohner. Gebaut wird in drei Abschnitten: Der eine Leitungsstrang wird von der Schanzmühle bis zur Einmündung der St. Niklausstrasse in die Werkhofstrasse verlegt. Abschnitt 2 führt die Leitung in West-Ost-Richtung ab der St. Niklausstrasse entlang der Nordmauer des Klosters St. Josef bis zur Oberen Sternengasse, wo die Pädagogische Hochschule ans Fernwärmenetz angedockt wird.

Abschnitt 3 erschliesst im Süden an der Basel-/Werkhofstrasse den Rötihof, die Stadtverwaltung, das Kloster St. Josef und das ehemalige Werkhofschulhaus mit der Stadtpolizei und der benachbarten Rythalle. «Das heisst aber nicht, dass auch in dieser Reihenfolge gebaut wird», erklärte Stefan Schluep als Projektleiter der ausführenden Regio Energie Solothurn.

Noch vage Auskünfte

Es sollte nicht die einzige Frage sein, auf die Schluep, sekundiert durch Philipp Meier vom Stadtbauamt, nur eine vage Antwort geben konnte. Die Bauzeit für alle drei Abschnitte veranschlagt die Regio Energie auf «ungefähr sechs bis acht Monate». Völlig unklar ist aber der Termin des Baubeginns – fest stehen erst die nächsten Schritte. So läuft noch bis am 20. Februar das Mitwirkungsverfahren, in dessen Verlauf Betroffene schriftliche Einwendungen beim Stadtbauamt deponieren können.

Die eigentliche Auflage der gesamten Planung soll erst erfolgen, wenn im Juni der Gemeinderat das Vorhaben dafür freigegeben hat. In den 30 Tagen der Auflagefrist können Einsprachen erfolgen – sollten solche ausbleiben, erwartet Stefan Schluep die Genehmigung der Planung durch das Amt für Raumplanung und den Regierungsrat spätestens im Herbst. Aber auch in diesem Idealfall bleiben noch Termin-Unsicherheiten: Ein beträchtlicher Teil des Leitungsbaus erfolgt in der Landwirtschaftszone «und da müssen wir auf die Jahreszeit Rücksicht nehmen.»

Rücksicht walten lassen muss die Bauherrin auch beim Verkehr. «Wir haben Auflagen des Kantons. So hat die Werkhofstrasse stets im Gegenverkehr befahrbar zu sein, auch wenn der Leitungsstrang in die nördliche Strassenhälfte verlegt werden muss.» Dagegen wird die St. Niklausstrasse zeitweise nur einspurig benützbar sein, «vielleicht können wir aber nachts auf Gegenverkehr umstellen», hofft Schluep.

Weiter Richtung Süden?

Nochmals bestätigte der Projektleiter, dass für die Anwohner mit dieser Planung zumindest «vorläufig» noch kein Fernwärme-Anschlusszwang bestehe. Zu den Kosten des Netzabschnitts, den die Regio Energie finanziert, konnte Schluep ebenfalls nicht genauer werden. «Die Arbeiten sind aber sehr aufwendig. Ein Laufmeter Leitung kostet zwischen 1400 und 2500 Franken.» Im Fragenkatalog aus der Reihe der Anwesenden erkundigte sich Peter Hänsli, warum nicht die sieben Blöcke am nördlichen Teil der Oberen Sternengasse für einen Anschluss in der Planung enthalten wären. Dies sei tatsächlich nicht der Fall, verwiesen Schluep und Meier den Fragesteller auf den schriftlichen Mitwirkungsweg. Ohnehin würde man, sofern weitere Ausbauschritte erfolgen, Richtung Süden zur Unteren Sternengasse hin weiterfahren. Aber auch das sei noch offen.

Klar ist nur – so auf eine Frage aus dem Plenum – dass der Fernwärmeausbau zu Lasten des Gasgeschäfts gehe und sich die Regio Energie damit «kannibalisiert.»

Meistgesehen

Artboard 1