«Wie lange dieses Gotteshaus bestehen wird, wissen wir nicht, aber was wir wissen ist, dass das Volk Gottes Bestand hat, weil es aus Gottes Geist lebt und so dürfen wir dankbar und voller Zuversicht in die Zukunft blicken», hielt der Oberdörfer Pfarrer und Co-Dekan des Dekanates Solothurn, Agnell Rickenmann, in seiner Predigt zur Einsegnung der frisch renovierten Jesuitenkirche fest.

Mit ihm zelebrierten der emeritierte Dompropst Anton Cadotsch, der Präfekt der Jesuitenkirche Luzern, Hansruedi Kleiber, und der Missionar der Missione Cattolica Italiana, Saverio Viola den Festgottesdienst.

Vor der Eucharistie fand die Einsegnung mit dem Entzünden der Osterkerze, der Allerheiligen-Litanei, der Entzündung weiterer Kerzen, der Beräucherung mit Weihrauch wie dem Bespritzen mit Weihwasser und dem Segen durch den Hauptzelebranten statt.

Im Wortgottesdienst wurden je eine Lesung in deutscher Sprache durch Suzanne Knez und in italienisch durch Tilde Solzi verlesen – die Jesuitenkirche ist die Kirche für italienische und andere ausländische Gläubige; Pastoralassistent Gheorge Zdrinia verlas eine Fürbitte auf kroatisch. Mit ihm gestalteten die interimistische Gemeindeleiterin Luisa Heislbetz und Pastoralassistentin Esther Holzer diesen Gottesdienst.

Mit Singknaben und Domchor

Die musikalische Ausgestaltung oblag den Singknaben mit Andreas Reize sowie dem Domchor St. Urs unter Konstantin Keiser. An der Orgel spielte Doychin Raychev. Der Domchor sang aus der Missa «Diligam te Domine», des verstorbenen Alberik Zwyssig (1808-1854), die Lieder der Singknaben stammten von lebenden Komponisten: Thomas Juneau (1977), Paul Meolor (1975), Ivo Antognini (1963) und Ola Gjeilo (1978). 

Vor dem Segen richteten Karl Heeb, Präsident von Stiftung und römisch-katholischer Kirchgemeinde Solothurn sowie Stadtpräsident Kurt Fluri Worte an die Gemeinde. Während sich Heeb freute, dieses «herausragende künstlerische Denkmal nach fast einjähriger Bauzeit wieder der Öffentlichkeit zurückgeben zu dürfen», betonte Fluri «die städtebauliche Wirkung als prägender Teil der Altstadt; sie ist spirituell, kulturell und städtebaulich bedeutungsvoll».

«Die Akustik beim Reden und bei der Musik wie die Beleuchtung sind sehr gut», strahlte die Derendingerin, trotzdem mit «Leib und Seele Stadtsolothurnerin gebliebene» Monika Hartmann. «Als Behinderte bin ich zudem sehr dankbar, dass wir mit der Rampe nun gut und selbstständig in die Kirche kommen», fügte sie an.

«Die Sitzbänke sind ein echter Fortschritt durch die Reduzierung der Sitzhöhe, die Verbreiterung der Sitzfläche und mit der mit einem Polster ausgestatteten, leicht geneigten Rückenlehne. Es ist sichtlich spürbar bequemer und ästhetisch, sodass man nichts mehr spürt, wenn man länger sitzt», stellte der Solothurner Urs Humm erfreut fest – immerhin dauerte dieser Gottesdienst knapp zweieinviertel Stunden! Als Vertreter der damaligen Bauherren vertrat Pater Hansruedi Kleiber seinen Orden: «Ich bin begeistert, ich habe mir, wenn ich Solothurn besuchte, immer gewünscht und gedacht, die Jesuitenkirche sollte man renovieren. Jetzt ist sie hell und freundlich, Stil und Einheitlichkeit konnten bewahrt werden und die modernen Elemente Ambo und Taufstein passen sehr gut hinein.»

Für einen thematischen Abend «Jesuiten» wird Pater Kleiber übrigens am 1. Dezember ab 19 Uhr in der Jesuitenkirche anzutreffen sein.

Auch der kulturellen Bedeutung der Jesuitenkirche wurde Rechnung getragen. Beda Mast, Flöte, Urs Schär, Trompete, und Patrik Fluri, Orgel, war es vorbehalten, mit ihrem Nachmittagskonzert und Werken von Arcangelo Corelli, Johann Sebastian Bach, Georg Philipp Telemann, Henry Purcell, Dietrich Buxtehude, Carl Philipp Emanuel Bach und Théodore Dubois die Zuhörer zu erfreuen.

Kollekte für Flüchtlingsdienst

Die Kollekte wurde für den Flüchtlingsdienst der Jesuiten in der Republik Zentralafrika aufgenommen. In ihrem ursprünglichen Geist wollen sie dort mit ihrem Bildungsangebot helfen, die Spirale von Gewalt und Hoffnungslosigkeit zu überwinden.