Solothurner Wetter

Februar war wie ein März - wird dieser zum Februar?

Solche Bilder wie am Gründonnerstag 2013 könnte der März noch bringen.

Solche Bilder wie am Gründonnerstag 2013 könnte der März noch bringen.

Wie der Januar blieb auch Februar in der Region Solothurn seinem Ruf als Wintermonat alles schuldig. Rekordwarm und schneearm, dafür windig und feucht fiel der Monat aus. Doch noch ist der Winter ein Thema: Kommt der Schnee jetzt im März?

Wer sich über den viel zu warmen Januar gewundert hat, kommt beim Februar ins Grübeln: Mit einer Durchschnittstemperatur von 6 Grad in Solothurn blieb der Monat beispielsweise 1,9 Grad wärmer als der März 2018. Nur 2002 und 2003 war es mit 5 Grad annähernd so mild gewesen wie jetzt. Dagegen wich der rekordkalte Februar 2012 gegenüber dem jetzigen um sage und schreibe 9,3 Grad ab. Doch diesmal erfroren keine Sträucher – im Gegenteil: Die ersten Zitronenfalter flatterten Ende Monat herum, die Hasel blühen schon lange und insgesamt weist die Vegetation einen Vorsprung von rund drei Wochen auf.

Nur einmal gabs nennenswert Schnee

Schnee war zumindest ganz unten sehr rar, lediglich am Aschermittwoch, 27. Februar, mass man im Wallierhof Riedholz eine Schneedecke von 9 cm Höhe. Niederschlag gabs dort mit über 150 Litern pro Quadratmetern reichlich, in Solothurn blieb die Regenmenge mit 109 Litern ziemlich im Monatsdurchschnitt. Zwar zeigte die erste Jurakette immer wieder mal von der weissen Seite, aber das blieben Episoden, ständig wieder abgelöst durch Warmfronten. So war an einen Wintersportbetrieb während der Sportferien in diesen Höhenlagen nirgendwo zu denken.

Der Wind als Spielverderber

Die ersten vier Februartage waren ausgesprochen nass und zuletzt mischten sich gar einige Flocken in den Regen. Gleichlang blieb es dann schön und fast winterlich kalt – zumindest in den Morgenstunden. Das zweite Wochenende brachte viel Wind ins Land, auch wenn Sturm Sabine in Solothurn am 10. Februar kaum Schäden anrichtet – aber fast alle Marktfahrer aufgrund der Sturmwarnungen vom Besuch des Monatsmarktes abhielt. Nass und mild zeigte sich die folgende Woche, ehe es kurz vor der Fasnacht abkühlte. Die Narren profitierten an der Chesslete, in der Samstagnacht und am Sonntagsumzug von trockenem und recht mildem Wetter. Dagegen mussten sie am Dienstag vor dem Umzug zur Pelerine greifen und auch die Umzugswagen nur böen-tauglich abdekoriert fahren. Noch schlimmer spielte der Wind am Aschermittwoch den Fasnächtlern mit: Erstmals seit 120 Jahren wurde das Spektakel des Böögg-Verbrennets auf dem Märetplatz auch wegen Sturmwarnung abgesagt. Sie erwies sich allerdings am Abend als völlig «aus der Luft gegriffen.» Als «Rache» zeigte sich nun der nicht vertriebene Winter für zwei drei Tage - doch blieb er eine Momentaufnahme.

Wird es erst mit dem Frühling Winter?

Leider wird es nun keineswegs warm, was den Corona-Viren nicht so bekäme. Denn bis in die nächste Woche sieht es nach kühlem Schmuddelwetter aus, und nach der Monatsmitte deuten erste Modelle das an, was der im Schnitt vier Plusgrade warme Winter vermissen liess: Schnee, und das nicht zu knapp.

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Autor

Wolfgang Wagmann

Wolfgang Wagmann

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