Solothurn

FDP schickt Markus Schüpbach ins Rennen um das Stadtpräsidium

Der strahlende Sieger: Die Mehrheit der FDP-Mitglieder an der Parteiversammlung entschied sich für Markus Schüpbach.

Der strahlende Sieger: Die Mehrheit der FDP-Mitglieder an der Parteiversammlung entschied sich für Markus Schüpbach.

Eine knappe Mehrheit entscheidet sich für Markus Schüpbach als Kandidaten für das Stadtpräsidium. Verlierer des Abends: Marco Lupi.

Am Schluss der Versammlung mahnte Charlie Schmid, Parteipräsident der FDP Stadt Solothurn, zur Einigkeit. «Es ist jetzt wichtig, dass wir geschlossen in die Wahlen gehen.» Und fügte an: «Was wir jetzt von euch brauchen, ist eure vorbehaltlose Unterstützung.»

Schmid sagte dies nicht ohne Grund. Kurz zuvor hatte er das Wahlergebnis verkündet, das zweierlei offenbarte: Erstens wird die FDP mit Markus Schüpbach ins Rennen um das Stadtpräsidium, respektive die Nachfolge von Kurt Fluri antreten. Zweitens: Beinahe die Hälfte der anwesenden Parteimitglieder hätten sich einen anderen Kandidaten gewünscht. Denn Markus Schüpbach setzte sich in der parteiinternen Ausmarchung nur knapp gegen Marco Lupi durch. Von den 165 anwesenden Parteimitgliedern gaben 87 Markus Schüpbach die Stimme, 75 hätten lieber Marco Lupi als Stadtpräsidiums-Kandidaten gesehen. Zudem gingen zwei Stimmen leer ein, eine weitere ging an eine dritte Person.

Markus Schüpbach freut sich auf den Wahlkampf

«Ich bin gerade ein wenig sprachlos», sagte der Gewählte, als er am Mittwochabend nochmals ans Rednerpult im Grossen Saal des Alten Spitals trat und wirkte beinahe ein wenig überrascht ab seines eigenen Erfolges. Einige wenige Worte sagte er dann doch noch: «Danke» und: «Ich freu mich sehr, jetzt in den Wahlkampf einzusteigen.»

Dass er Lust auf das Amt als Stadtpräsident hat, das spürte man auch eine halbe Stunde vorher, als er zum ersten Mal ans Rednerpult trat. Oder anders gesagt, man spürte vor allem, dass er einen Plan hat. In fünf Punkten legte er sachlich und nüchtern den Mitgliedern dar, was er für die Stadt Solothurn für Vorstellungen hat und warum er die richtige Person ist, um diese umzusetzen. Dabei bezog er sich auf seine Führungserfahrung, die er in das Amt als Stadtpräsident einbringen würde. Schüpbach ist seit Oktober 2017 der Direktor der Solothurnischen Gebäudeversicherung.

Debatte um Popularität und Führungserfahrung

Die Qualifikation von Schüpbach zweifelte auch niemand an. Die Fürsprecher von Marco Lupi, der sowohl im Gemeinde-, wie im Kantonsrat sitzt, wiesen in der Diskussion vielmehr daraufhin, dass Präsidiumswahlen Kopfwahlen seien. Marco Lupi sei in der Stadt unglaublich bekannt, sagte ein Parteimitglied etwa. «Lauft mal mit ihm das Aaremürli entlang, ihr habt Stunden für 100 Meter.» Lupi sei die Wahlkampflokomotive, die die FDP erfolgreich durch das Wahljahr 2021 führen könne, so seine Unterstützer, die nicht müde wurden zu betonen, dass Lupi nicht nur lustig sei, «er kann auch seriös sein und anpacken». Auch Lupi selber äusserte sich dazu: «Ich kann mir vorstellen, dass meine Kandidatur viele erstaunt hat. Vor allem wenn man mich von der Fasnacht kennt, kann man sich fragen, ob ich diesem Amt gewachsen bin.» Er sei es aber, betonte Lupi, der die packendere Rede hielt. «Wer mich kennt, weiss, dass bei allem Humor die nötige Seriosität Platz hat.»

Überzeugt hat er nicht alle. Marco Lupi sei super, aber das Amt als Stadtpräsident sei für ihn eine Nummer zu gross, hiess es etwa. Und jemand anderes sagte: «Popularität kommt mit der Wahl. Ich bin für Qualifikation und Führungsstärke.» Eine Mehrheit sah dies offenbar ähnlich und so setzte sich Markus Schüpbach gegen Marco Lupi durch. Letzterer behalf sich mit einer Floskel: «Mal gewinnt man und mal verliert man.»

Autor

Fabio Vonarburg

Fabio Vonarburg

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