Solothurner Wetter
Fast hätte dieser November den bisherigen Wärmerekord geknackt

Der November dieses Jahres war überduchschnittlich warm. Das Wetter war fast durchgehend gleich: auf dem Berg konnte man die Sonne geniessen, währenddessen die Stadt im Nebel versank.

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Das Nebelmeer vom Weissenstein aus gesehen.

Das Nebelmeer vom Weissenstein aus gesehen.

Tanja Grolimund

Mit einem Monatsmittel von 7,8 Grad fiel der November 2014 gleich 3,2 Grad wärmer aus als der langjährige Durchschnitt. 2009 war der Monat allerdings noch um eine Kommastelle milder ausgefallen, sodass ein Rekord zumindest in der Region ausgeblieben ist. So fehlte auch der für die zweite Novemberhälfte typische erste Wintereinbruch völlig, und die Gartenbesitzer konnten ihre empfindlichen Sommerpflanzen bis Ende Monat draussen lassen – kein Morgenfrost drohte ihnen zu schaden.

Verantwortlich war wie schon im Oktober die permanente Südwestströmung, die milde Luft in den Norden schaufelte und damit vor allem der Alpensüdseite massive Regenfälle bescherte. In der Region Solothurn erreichte die Regenmenge nicht ganz den langjährigen Durchschnitt. Im Wallierhof Riedholz wurden 112,2 Liter Niederschlag pro Quadratmeter registriert, in Solothurn selbst 99,5 Liter.

Unten grau, oben blau

Schon das erste Wochenende an Allerheiligen zeigte symptomatisch auf, wo es in diesem November lang gehen sollte: Oben herrschte oft schönes und vor allem sehr mildes Wetter, unten dagegen graue Nebel-Tristesse mit entsprechend kühleren Temperaturen. So profitierten die Jura-Berggasthöfe gleich an vier der fünf November-Wochenenden von diesen Verhältnissen. Die Sonne war im Flachland nämlich ein ausgesprochen seltener Gast, ganztags sah man sie nur gerade am 8. November, und ein Durchbruch der Nebelschwaden war eigentlich nur in der ersten Monatshälfte möglich. Diese blieb jedoch weniger wetterbegünstigt als die zweite, die fast niederschlagsfrei verlief. Denn zwischen dem 4. und 6. November kamen gleich über 30 Liter Regen pro Quadratmeter zusammen, noch mehr waren es zwischen dem 15. und 17. November. Die letzten zehn Tage des Monats verliefen sozusagen ereignislos im Schema unten grau, oben blau – nur dass es zuletzt deutlich kühler wurde.

Weih- oder Grünachten?

Nichts deutet derzeit auf einen richtig massiven Wintereinbruch hin. Das Wetter bleibt mehrheitlich hochdruckbestimmt, nur nächste Woche könnte es vorübergehend frostiger werden. Weil bis anhin der Spätherbst und Frühwinter so atypisch verlaufen, wagen wir die kühne Prognose: Es könnte in Umkehr der Normalität statt Tauwetter weisse Weihnachten geben. (ww)