Solothurn
Fast 200 Rückmeldungen zum räumlichen Leitbild eingegangen

Im Rahmen der Ortsplanungsrevision erstellte das Stadtbauamt einen ersten Entwurf des räumlichen Leitbildes. Nun sind die Rückmeldungen dazu verarbeitet.

Wolfgang Wagmann
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Der Verkehr und die Weiterentwicklung der Stadt sind zwei Themen, die im Räumlichen Leitbild dominieren.

Der Verkehr und die Weiterentwicklung der Stadt sind zwei Themen, die im Räumlichen Leitbild dominieren.

hanspeter baertschi

Die letzten Stationen der laufenden Ortplanungsrevision waren von Kritik begleitet. Zu wenig Information gegenüber den politischen Behörden habe es gegeben, wurde moniert. Und zuletzt hat auch die Architektur-Fachzeitschrift Hochparterre das Vorgehen, ja die ganze Stossrichtung der Ortsplanungsrevision kritisch durchleuchtet und insbesondere dem Verein Masterplan, der eine vermehrte Verdichtung nach innen fordert, eine Plattform gegeben.

Nichtsdestotrotz hat jetzt die Gemeinderatkommission GRK das Räumliche Leitbild zuhanden des Gemeinderates vom nächsten Dienstag und der Gemeindeversammlung im Juni verabschiedet. Und auf die Kritik angesprochen meinte Stadtpräsident Kurt Fluri: «Wir suchen das direkte Gespräch mit dem Verein Masterplan.» An dem sich neben Fluri auch das Stadtbauamt und der beauftragte Planer Martin Eggenberger vom Planteam S beteiligen sollen.

Viele haben mitgewirkt

Ganz egal scheint der Solothurner Bevölkerung auch nicht zu sein, wie ihre Stadt künftig aussieht. Vom 3. Januar bis am 13. Februar war die Bevölkerung zur Mitwirkung eingeladen. Und immerhin gingen fast 200 Rückmeldungen ein, wie die Stadt mitteilt. Neben dem Kanton und sieben umliegenden Gemeinden äusserten sich ebenso viele politische Parteien sowie elf Verbände und Vereinigungen, komplettiert durch 160 Einzelpersonen. Der Entwurf des Räumlichen Leitbilds wurde an vier Quartieranlässen, besucht von rund 100 Personen, präsentiert. Die im Leitbild formulierten Leitsätze hätten eine «hohe Zustimmung» gefunden – je nach Leitsatz zwischen 44 und 71 Prozent.

Die Reaktionen wurden im Mitwirkungsbericht vom 27. April zusammengefasst, und bei der Überarbeitung des Leitbilds verschiedene Aussagen angepasst, neu formuliert und konkretisiert. Trotz «intensiven Diskussionen», vor allem um die Koexistenz in der Verkehrs- und Mobilitätsplanung sowie die Möglichkeiten von Ein- und Auszonungen, wurde das Räumliche Leitbild von der GRK als seriöse und taugliche Grundlage für die Weitererarbeitung der Ortsplanungsrevision beurteilt und verabschiedet.

Wo die Schwerpunkte liegen

Mit dem Okay zum Räumlichen Leitbilds geht es dann ans Eingemachte, die Nutzungplanung mit der Erarbeitung des neuen Zonenplans. «Schwerpunkt der Verdichtung sind die Gebiete um die beiden Bahnhöfe», gibt Kurt Fluri eine Stossrichtung vor. Auch sei man mit der Ortsplanungrevision im Zeitplan. Nichts ändern soll sich an der Zonierung des stadteigenen Weitblick-Areals, obwohl «Hochparterre» die Kritik des Kantonalen Raumplanungsamtes aufgenommen hat, dass die Stadt eigentlich über zuviel eingezontes Land verfüge. «Der Kanton hat der Einzonung zugestimmt», so der Stadtpräsident lapidar. Dafür wolle man vier neue strategische Reservezonen schaffen: eine östlich der Westumfahrung im Obach-Gebiet, eine weitere zwischen dem Manor-Food und dem Kloster Nominis Jesu, eine dritte nördlich des Klosters St. Josef sowie eine zwischen der Villa Hammer an der Baselstrasse und der Aare.

Infos zu Leitbild und Mitwirkung gibts hier