Stadt Solothurn
Fassade des Kunstmuseum soll nächste Woche abgesichert sein

Wegen Rissen und Senkungen wurde der Bau am Kunstmuseum verzögert. An verschiedenen Stellen mussten Arbeiten abgebrochen werden. Nun soll das Projekt bald wieder auf Kurs sein.

Andreas Kaufmann
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Es gab keinen totalen Baustopp wegen der Senkungen. Die Gesamtverzögerung ist noch nicht klar.

Es gab keinen totalen Baustopp wegen der Senkungen. Die Gesamtverzögerung ist noch nicht klar.

Wolfgang Wagmann

Mit dem Kulturgüterschutzraum beim Kunstmuseum entsteht zurzeit eine Lagereinrichtung, die die wertvollen Schätze der Institution beherbergt und schützt. Dass dies eine durchaus sinnvolle Investition darstellt, befanden vor zwei Jahren 71 Prozent des Stimmvolkes, das den nötigen Kredit von 6,2 Mio. Franken gewährte. Doch nun muss das Museum selbst geschützt werden – unerwarteterweise. Im Juni haben nordseitige Risse über mehrere Etagen im Treppenhaus auf der Baustelle für Unmut gesorgt: Als man begann, das Treppenhaus für den teilweise darunterliegenden Schutzraum zu unterfangen, also zu untergraben, kam es zu Senkungen des Mauerwerks von bis zu neun Millimetern.

Schon vor den Unterfangungsarbeiten des Kunstmuseums hatte man im Rissprotokoll bereits vorhandene Schäden festgehalten. So waren im April mehrere Risse im nordöstlich gelegenen Saal der Altmeister-Gemälde im ersten Stock geortet worden. Mittlerweile hatten sich die Risse aber erweitert, sodass in diesem Bereich der Baustelle ein Notstopp eingeleitet wurde. Andrea Lenggenhager, Leiterin des Stadtbauamts, gibt allerdings zu verstehen, dass mit keiner Beeinträchtigung der Statik zu rechnen sei. Ausserdem konnte andernorts auf der Baustelle mit den Arbeiten dennoch fortgefahren werden.

Lösung über Mikropfähle

Zwischenzeitlich haben Bauingenieure, Geologen und Fachleute der Baufirma die Ursache der Setzungen untersucht. «Wir hielten eine Sitzung ab, um ausserdem das weitere Vorgehen zu besprechen», sagt Lenggenhager. «Für die weiteren Unterfangungen sind nun spezielle Tiefbaumassnahmen erforderlich.» So werden links und rechts des Mittelvorsprungs, wo sich das Treppenhaus befindet, je drei bis vier Mikropfähle zehn bis zwölf Meter tief in den Boden versenkt und via Stahlbänder mit der bestehenden Unterfangung verbunden. So soll die Last auf die Mikropfähle abgeleitet werden. «Dadurch werden weitere Setzungen verhindert», erklärt Andrea Lenggenhager weiter.

Im Anschluss soll die Unterfangung fertiggestellt werden. Bevor aber die Mikropfähle gesetzt werden, muss die ganze Fassade mit Querverstrebungen in der Baugrube in Richtung Werkhofstrasse gesichert werden. So wird die Gefahr weiterer Risse eingedämmt. Gesichert werden müssen auch diverse Fenster, insbesondere die Glasmalereien, die sich im Treppenhaus befinden. «Ausserdem werden an der Fassade Messpunkte festgemacht, um zu beobachten, wie sich das Mauerwerk verhält», so Lenggenhager.

Bleibt das Projekt im Zeitplan?

Weitere Setzungen des Untergrunds oder Risse haben laut Lenggenhager seither keine mehr stattgefunden. Vorgesehen ist, die Fassadensicherung bis Ende nächster Woche abzuschliessen. Nach dem Einholen entsprechender Offerten sollen die Mikropfähle in der ersten Septemberwoche platziert werden. Vorerst spricht Andrea Lenggenhager noch nicht von allfälligen Verzögerungen im Terminplan. «Einen totalen Baustopp gab es ja nicht, da an verschiedenen Orten der Baustelle gleichzeitig gearbeitet wird.» Notabene: Das ursprüngliche Bauende war auf Ende 2015 angesetzt.

Die Mehrkosten für den unerwarteten Vorfall kann Lenggenhager momentan nicht beziffern. «Wir wissen lediglich, dass die zusätzlichen Baumeisterarbeiten mit rund 180 000 Franken zu Buche schlagen werden.» Weitere Kosten, die für Geologen, Geomatiker und Planer anfallen, sind noch unbekannt. Ebenso wenig lasse sich derzeit quantifizieren, wie teuer die Fassadenrenovation zu stehen kommt, die aufgrund der Setzungen nötig geworden ist.

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