«Bereits eine Stunde vor Beginn stürmten erste Käufer den Saal», berichtet Roman Graber. Auch Denise und Kurt Fluri nutzen das Angebot und suchen mit den Zwillingssöhnen nach etwas Passendem. «Mein Mann hängte zum Spass seinen eigenen Kittel unter die Kostüme und Philipp witzelte, jetzt könne doch jemand als Stadtpräsident an die Fasnacht gehen», schmunzelt Denise Fluri.

Während Dina Weiersmüller, die bei den Weiherenschränzer mitmacht, mit Lara Widmer nach etwas Geeignetem für die Dorffasnacht von Kriegstetten sucht.

Helferin Annemarie Imoberdorf erzählt, dass eine Guggenmusik aus Selzach ihre Kostüme zum Verkauf anbot und diese wie «warme Weggli» Abnehmer gefunden hätten. Lachend zitiert sie zwei Frauen, die für ihre Männer auf Gewänderfang waren: «An die Fasnacht wollen sie immer, aber beim Kostüme anprobieren kneifen sie».

Nicht alle Herren meiden die Schlacht um die schönste Verkleidung. Daniel Fasnacht – der Name verpflichtet – aus Bellach hat Frau und Tochter begleitet. «Eigentlich wolle ich Senf, doch der war schon weg, jetzt bin ich beim Kaffee gelandet», lacht Sandra Fasnacht und steigt in das rote «Nestcafe»-Kostüm, nicht zu verwechseln mit Nescafé. Zeigt sich mit Tochter Nina solidarisch, die sich für die üppige «Starbucks Coffee»-Kreation mit dem naturalistischen Hinterteil entscheidet.

Ein Traum aus Gold

Derweil dreht sich vor dem Spiegel Nico Mosimann in einem Traum aus Gold. Versucht, ein Gefühl für den langen Rock zu bekommen. Börsen-Helferinnen frotzeln, spätestens wenn er das Kabäuschen besuche und das Kleid heben müsse, wisse er, wie sich Damen fühlen.

Mosimann lächelt nachsichtig, freut sich an der pompösen Robe. Brigitte Hodel aus Biberist ergattert ein glitzerndes Froschkostüm. Mit Stephan Neuenschwander wird sie nun die Rollen tauschen: An der Fasnacht wird für einmal der Prinz die Froschkönigin küssen.