Persönlich
Fasnächtler, passt aufeinander auf!

Zu Risiken und Nebenwirkungen der schönsten, der fünften Jahreszeit – kurz Fasnacht genannt.

Wolfgang Wagmann
Wolfgang Wagmann
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Beim Böögg 2016 gab es einen Zwischenfall.

Beim Böögg 2016 gab es einen Zwischenfall.

Hanspeter Bärtschi

Da läuft es dem altgedienten Fasnächtler kalt den Rücken runter: Eine junge Frau hat im närrischen Treiben nahe bei Solothurns Partnerstadt Heilbronn wohl irreparable Verbrühungen davongetragen. Sie wurde über kochendes Wasser in einem Hexenkessel gehalten, die Beine fielen irgendwie hinein, und nun fahndet die Polizei nach den Verantwortlichen. Viel Leid, Verzweiflung und wohl auch böses Blut mitten in der schönsten, der fünften Jahreszeit – das braucht die Fasnacht nicht.

Und doch: Im närrischen Übermut läuft stets das Risiko mit. Wir erinnern uns an drei Fasnächtler, deren Kostüme einst an einem Ball im Solothurner Konzertsaal in Brand gerieten. Sie erlitten schwere Hautverletzungen. Oder vor zwei Jahren, als einige Feuerwerkskörper des Bööggs in Solothurn statt nach oben Richtung Eltern mit ihren Kindern sausten – zum Glück ohne Schaden anzurichten.

Das Glück ist nicht immer zur Stelle. An den grossen Umzügen war das in brenzligen Situationen zwar oft der Fall. Vieles wird vorgekehrt, damit niemand Schaden nimmt. Seit 20 Jahren laufen keine Pferde mehr in Honolulu mit – eine Frau war von einem ausschlagenden Gaul verletzt worden.

Ein Sturmalarm-Plan soll bei Schlechtwetter die Risiken für Aktive und Publikum minimieren. Trotzdem, ganz eliminieren lassen sie sich nicht: schwere Wagen, brennende Bööggen oder Chienbäse, Menschenansammlungen mit Potenzial zur Massenpanik. Dazu viel Alkohol, neu offenbar sogar mit K.-o.-Tropfen drin – auch Vorsatz kann zu Zwischenfällen führen. Bewahren wir deshalb einen kühlen Kopf beim Feiern und passen aufeinander auf. Damit es eine wunderschöne, lustige Fasnacht gibt – und sie es bleibt.

wolfgang.wagmann@azmedien.ch