Spende
Fasnacht «made in Feldbrunnen»: Gemeinde sponsert Umzugswagen

Kulturförderung der etwas anderen Art: Dank Unterstützung aus Feldbrunnen kann der Hauptgassleist mit einem neuen Wagen am Solothurner Fasnachtsumzug teilnehmen. Das Geld stammt aus dem Kulturfonds der Einwohnergemeinde.

André Hess
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Wagenbauchef Athos Cadola und HGL-Ober Andreas Walker (r.) freuen sich über den Zustupf von Gemeindepräsident Rolf Studer.

Wagenbauchef Athos Cadola und HGL-Ober Andreas Walker (r.) freuen sich über den Zustupf von Gemeindepräsident Rolf Studer.

Zur Verfügung gestellt

«Unser Wagen wurde nach der letzten Fasnacht von der Motorfahrzeugkontrolle abgesprochen, weil er über keine vorschriftsgemässe Bremseinrichtung verfügte», schildert Hauptgassleist-Ober Andreas Walker kurz die Auflage, welche die Wagenbauzunft fast vor das Nichts stellte. Das Komitee des Hauptgassleists suchte nach Ideen; und «plötzlich erinnerten wir uns, dass Feldbrunnen jedes Jahr aus einem Fonds gewisse Kulturen unterstützt. Und Fasnacht ist auch Kultur», so Walker.

Tatsächlich: Feldbrunnen steht im Kanton an vorderster Front in Sachen kultureller Vergabungen. Das bestätigt auch Rolf Studer, Gemeindepräsident von Feldbrunnen. «Wir spenden jedes Jahr 50 000 Franken an die Stadt Solothurn, gleich viel ans Schloss Waldegg und nochmals 50 000 Franken werden an kleinere kulturelle Institutionen in der Region, sprich in den Bezirken Leberberg und Wasseramt, verteilt», meint Rolf Studer und erklärt weiter: «Wer bei uns anklopft, ein Gesuch stellt und die Bedingungen erfüllt, hat bei uns Chancen».

7500 Franken für neuen Wagen

Noch nie hat aber eine Fasnachtsgesellschaft um eine Gabe nachgefragt. «Das stimmt», bestätigt der Gemeindepräsident. «Fasnacht ist auch eine Kultur», meint Studer mit leicht hochgezogenen Lippen. «Vielleicht eine spezielle Kultur», ergänzt er. Der langen Rede, rollender Sinn: Die Einwohnergemeinde Feldbrunnen spendete dem Hauptgassleist 7500 Franken aus ihrem Kulturfonds. «So konnten wir 50 Prozent des nigelnagelneuen Wagens finanzieren», bestätigt Ober Andreas Walker. Denn 15 000 Franken kostete das neue Prunkstück des HGL. Ein neuer Wagen ab Fabrik hätte 50 000 bis 60 000.- Franken gekostet. Er wäre also rund drei bis vier Mal teurer geworden.

«Hoffentlich hält der Wagen an der Fasnacht, sonst gibt es für das nächste Jahr ein spezielles Motto», meint der scheidende Feldbrunner Gemeindepräsident. Dass der Wagen hält, davon sind die Konstrukteure Markus Steiner, Martin Schmuckle und Max Kaeser überzeugt. «Der Wagen hält, was das Zeug hält.» In fast 300 Stunden haben sie den Tiefgänger von 13 Meter Länge und fast 31⁄2 Meter Breite zusammengeschweisst, geschraubt und genietet und ein solides Gefährt auf die Räder gestellt.