Solothurn
Falls Italien gegen England gewinnt, gibt es für die Polizei viel zu tun

Nach dem Match kommt die Party erst in Gang. Das weiss auch die Stadtpolizei Solothurn. Deshalb hat sie im Hinblick auf die Partie Italien gegen England vom Sonntag zum Thema «Auto-Korso» einige Vorkehrungen getroffen.

Wolfgang Wagmann
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Dieses Jahr dürfen die Italien-Fans - zumindest in Solothurn - ihre Siege nicht «Auto-Korsos» feiern. (Symbolbild)

Dieses Jahr dürfen die Italien-Fans - zumindest in Solothurn - ihre Siege nicht «Auto-Korsos» feiern. (Symbolbild)

Keystone

«Wir halten uns an das gleiche Konzept wie an der Euro 08 und der WM vor vier Jahren», erklärt Peter Fedeli, Kommandant der Stadtpolizei Solothurn. Das heisst: Auto-Korsos der Fans sollen auf den Hauptstrassen, nicht aber in den Quartieren stattfinden.

Um dieses Ziel zu erreichen würden gewisse Absperrungen vorgenommen, insbesondere am Amthausplatz, um dortige Rundfahrten zu verhindern. Da die Matches oft spät angepfiffen werden, kann es auch nach Mitternacht noch zu grösseren Hupkonzerten kommen - man stelle sich nur einmal vor, Italien gewinnt das Mitternachtsspiel auf am Sonntag gegen England.

«Gegen das Hupen können wir nichts machen», ist sich Fedeli bewusst, auch grossflächige Kontrollen beispielsweise auf Alkohol sei mangels Personal nicht möglich. «Aber wir werden vor Ort sein und situativ entscheiden.»

Wer sich während der Fahrt zu weit aus dem Fenster lehnt, stehend herumfährt oder gar auf der Motorhaube posiert, müsse mit einer Busse rechnen. Und auffällige Fans könnten durchaus auch zum Atemtest gebeten werden. «Aber in der Regel funktioniert die soziale Kontrolle unter den Fangruppen recht gut», weiss der Kommandant.

Was planbar ist und was nicht

Es gebe viele Faktoren, deren Auswirkungen nicht abschätzbar seien. «Das Wetter, der Alkoholkonsum, die Resultate der Spiele. Aber jeweils nach Match-Ende leeren sich die Public-Viewings sofort und die siegreichen Fans sitzen in ihren Autos», weiss Peter Fedeli aus Erfahrung.

Gelegen kommt ihm, dass einer der absoluten Höhepunkte, das entscheidende Spiel zwischen der Schweizer Nati und Frankreich auf das Märet-Fescht fällt. «Dann sind wir ohnehin alle im Einsatz.»

Was planbar sei habe man auch in Zusammenarbeit mit der Kantonspolizei vorgekehrt. Diese ist ausserhalb von Solothurn zuständig, Fedelis Korps für die Stadt. Planen konnte die Polizei jedoch erst für die Vorrundenspiele. «Ab den Achtelsfinals fangen wir von vorne an.» Denn erst dann wird klar, welche Partien mit Brisanz neu anstehen, weil grössere Fangruppen in der Region im Fall eines Sieges ihrer Mannschaft feiern, was das Zeug hält.