Solothurn

«Faites vos jeux!» – ein Besuch bei den letzten Proben

Jens Wachholz spielt einen Spielsüchtigen.

Jens Wachholz spielt einen Spielsüchtigen.

Die Kulturgarage Solothurn erwacht diesen Donnerstag mit der Theaterproduktion «Der Spieler» zu neuem Leben. Im Monolog ist Jens Wachholz zu sehen.

Ab Donnerstag präsentieren Jens Wachholz und Vera Probst das Theaterstück «Der Spieler» nach dem gleichnamigen Roman von Dostojewski in der Kulturgarage. «Ich habe noch nie
so viel zu tun gehabt», sagt die Regisseurin Vera Probst, denn sie ist während der Aufführung verantwortlich, dass die Einspielungen klappen.

Zwar hat Jens Wachholz den Roman als Monolog für einen Schauspieler bearbeitet, aber die innere Stimme seiner Figur und weitere Stimmen von Margrit Maria Bauer, Giulietta Odermatt, Hanspeter Bader und Matthieu Haudenschild werden hörbar. Dazu kommt die Musik von Ben Jeger, welcher sich in die Sprache und den Stoff eingefühlt hat und mit seiner Musik die Stimmungen einfängt.

Auf der Bühne gibt es viel Raum für das Spiel

Beim Betreten des Raumes fällt auf, dass die mit dem nötigen Sicherheitsabstand vorhandenen Sitzgelegenheiten arenamässig angeordnet sind, sodass dem Protagonisten viel Raum für das Spiel zur Verfügung steht. Das Bühnenbild von Pavel Schmidt umfasst den ganzen Raum, welcher gleich einem Roulettetisch angelegt ist. Schmidt, welcher den Roman seit seiner Schulzeit kennt, hat mit Zahlen und Kugeln gearbeitet und so eine Magie in der Nüchternheit erzielt.

Jens Wachholz hatte bereits vor einigen Jahren die Idee, Dostojewskis Roman theatralisch zu gestalten. Obwohl die Handlung im 19. Jahrhundert spielt, sieht er den Bezug zur Gegenwart. Die Möglichkeit, online zu spielen, könnte zu Spielsucht und Einsamkeit führen. Alexej Iwanowitsch, die titelgebende Figur, verfällt dem Glücksspiel und wird letztlich einsam bleiben. Er ist Teil der russischen Gesellschaft, welche im 19. Jahrhundert die Casinos von Baden- Baden und Monaco bevölkerte. Ihre Gier nach Geld war unermesslich.

«Aber bin ich denn wirklich ein so kleines Kind? Begreife ich denn nicht, dass ich ein verlorener Mensch bin?» Mit zwei Koffern und in Reisekleidung erklimmt Jens Wachholz als Alexej Iwanowitsch einige Treppenstufen, während ab Band dieser innere Monolog zu hören ist. Damit wird das Publikum gleich zu Stückbeginn mit der Problematik konfrontiert. Wachholz’ modulationsfähige Stimme, seine raumgreifenden Gänge und seine sparsam aber präzise eingesetzte Gestik verheissen ei-nen spannenden Theaterabend. «Derzeit arbeiten wir immer noch am Text,» so Wachholz beim Probenbesuch. Da coronabedingt nur 40 Leute pro Vorstellung Platz finden, entfällt die Maskenpflicht, und es wird der Vorverkauf mit Angabe der Kontaktdaten empfohlen.

Die Vorstellungen finden am 10.–12. / 17.–19. / 25. /26. September um 20 Uhr statt. Reservationen werden unter www.11nach9.com oder 078 824 94 12 vorgenommen.

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