Solothurn
Extra für die Filmtage ging das Hotel wieder auf - einiges ist aber anders als sonst

Seit dem 22. Dezember ist das Hotel Roter Turm geschlossen. Ausnahme sind die Filmtage. Es ist eine Herzensangelegenheit, wie Vize-Direktorin Daniela Bieri erzählt.

Fabio Vonarburg
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Daniela Bieri, Vizedirektorin des Hotels und Restaurants Roter Turm.

Daniela Bieri, Vizedirektorin des Hotels und Restaurants Roter Turm.

Hanspeter Bärtschi / SZ

Die Woche der Solothurner Filmtage ist eine der wichtigsten des Jahres für das Hotel und Restaurant Roter Turm. Jeweils ein Jahr im Voraus sind alle 60 Betten respektive 36 Zimmer ausgebucht. Mehr als die Hälfte davon an die Organisatoren der Filmtage und Crewmitglieder des Fernsehsenders SRF. Sie sind seit vielen Jahren Stammgäste im Haus, kommen alle Jahre wieder. «Es sind Freundschaften entstanden», sagt Daniela Bieri, Vizedirektorin des Hauses: «Die Filmtage sind strenge, aber auch schöne Tage», sagt sie.

Dieses Mal ist jedoch so vieles anders als sonst. Wegen Corona finden die Filmtage nur virtuell statt. Und anstelle eines vollen Hotels hängen derzeit im Roter Turm die meisten Zimmerschlüssel an der Wand bei der Rezeption. Dass dennoch bis zu acht Schlüssel nicht an ihrem Platz waren, liegt an der guten Beziehung zwischen den Solothurner Filmtagen und dem Hotelbetrieb. Eigentlich hat der Betrieb wegen der ausbleibenden Gäste seit dem 22. Dezember geschlossen.

Doch für die Filmtage ist das Hotel kurz aus dem Winterschlaf erwacht und macht für die Organisatoren, von denen einige hier nächtigen, eine Ausnahme. «Es ist eine Herzensangelegenheit», erklärt Bieri, «dass unsere Stammkunden auch in diesem speziellen Jahr ihr gewohntes Zuhause haben.» Gewinn erziele man mit dieser geringen Auslastung keinen, sagt Bieri, die ergänzt:

Die letzten Tage machten richtig Spass.

Vizedirektorin ging jeden Morgen einkaufen

Ging es auch sonst schon während der Filmtage im Hotel familiär zu, ist es nun tatsächlich wie eine grosse Familie, die sich mit der speziellen Situation arrangiert hat. Anstatt von 6 Uhr morgens bis Mitternacht ist die Rezeption nur am Morgen besetzt. Anstatt dass täglich die Lebensmittel geliefert werden, geht jetzt die Vizedirektorin jeden Morgen für ihre Gäste einkaufen, besorgt etwa Brot beim Bäcker. Anstatt dass die Gäste im hoteleigenen Restaurant zu Abend essen, nutzen sie das Take-away-Angebot einiger Restaurants in der Stadt. «Unser Küchenbetrieb für diese paar Tage hochzufahren, hätte sich nicht gelohnt», sagt Bieri. «Einige Abstriche mussten wir machen.» Dennoch sei es ihnen wichtig, ihren Gästen eine hohe Qualität zu bieten. Auch die Lernenden waren dabei eine tatkräftige Unterstützung.

Heute Mittwoch ist nun der letzte Tag dieses besonderen Arrangements. Die letzten Mitarbeitenden der Solothurner Filmtage, wie etwa Moderatorin Monika Schärer, reisen ab – das Hotel Roter Turm geht wieder zurück in den Winterschlaf und bleibt sicher bis Ende Februar geschlossen. Und für Daniela Bieri beginnt wieder das Homeoffice. Die Vizedirektorin kann der speziellen Ausgabe der Filmtage etwas Positives abgewinnen: Für einmal hatte sie tatsächlich Zeit, sich Filme anzusehen. Sie hofft, dass diese freie Zeit ihr im kommenden Jahr wieder fehlt.

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