Solothurn
Ex-Stadtplaner hat neue Stelle – das Stadtbauamt braucht welche

Nicht nur der Abgang von Stadtplaner Daniel Laubscher, der eine neue Stelle in Bern angetreten hat, hat einige Umdispositionen auf dem Bauamt der Stadt Solothurn erfordert.

Wolfgang Wagmann
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Einer der letzten Auftritte von Stadtplaner Daniel Laubscher vor seinem alten Chef, Kurt Fluri, war in der Weststadt.

Einer der letzten Auftritte von Stadtplaner Daniel Laubscher vor seinem alten Chef, Kurt Fluri, war in der Weststadt.

Michel Luethi

Mit dem Abgang von Stadtplaner Daniel Laubscher Anfang Juli – über die Gründe herrscht weiterhin Stillschweigen – musste das Stadtbauamt über die Bücher, was dessen personelle Dotation anbelangt.

Das schlägt sich jetzt in Umlegungen und Neubesetzungen von Stellen nieder. Bereits abschliessend beschlossen hat die GRK die Schaffung einer neuen Projektleiterstelle Hochbau mit 80 Prozent, davon 30 Prozent schon bestehend, sowie einer auch mit 80 Prozent dotierten Stelle Chefin/Chef Bauinspektorat.

Dieses hatte Laubscher noch in Personalunion als Stadtplaner während Jahren bis zur Reorganisation Mitte 2015 geführt. Offiziell war damals von einer «Entlastung» die Rede, interimistisch übernahm Amtsleiterin Andrea Lenggenhager das Bauinspektorat. Dies sei aufgrund ihrer anderen arbeitsintensiven Aufgaben «keine Dauerlösung» und «nicht praktikabel», so nun die Einsicht im Bauamt.

Generell hielt die Amtsleiterin zu den Stellenbegehren in der GRK fest, dass die grosse Zahl anstehender Investitionsprojekte eine Erhöhung der Ressourcen bedinge – die 470 Stellenprozente im Hochbau seien «äusserst knapp». Die neue Hochbaustelle könne auch die «Arbeitszufriedenheit» der belasteten Mitarbeitenden verbessern.

Termin wird gehalten

Die Arbeiten, mit denen Laubscher befasst waren, sollen sich gemäss Andrea Lenggenhager nicht weiter verzögern. «Zwischen der Ausarbeitung der zweiten Phase des Vorgehenskonzepts zur Ortsplanungsrevision im April 2015, das der Gemeinderat Ende Juni 2015 beschlossen hatte, und den Ausschreibungsunterlagen für den Ortsplaner, die Daniel Laubscher im Oktober 2015 verfasst hat, hat sich der Termin zur Beschlussfassung des räumlichen Leitbildes um ein halbes Jahr nach hinten verschoben.

Heute gehen wir davon aus, dass diese Verzögerung dank parallel ausgeführten Arbeiten wieder eingeholt wird und der Endtermin der Ortsplanungsrevision wie er Mitte 2015 dem Gemeinderat vorgelegt wurde, eingehalten werden kann.»

Offenbar wurden zusätzlich Arbeiten extern vergeben. Dazu Lenggenhager: «Aus dem Begleitgremium der Testplanung wurden zwei Fachexperten im Bereich Verkehrsplanung aus Solothurn und im Bereich Städtebau aus Bern beigezogen, die das Stadtbauamt bis und mit Ausarbeitung des räumlichen Leitbildes unterstützen.» Es handle sich um zwei Mandate zu je rund 15 000 Franken.

Sollte es jedoch nicht gelingen, in den nächsten Wochen das Amt des Stadtplaners zu besetzten, müssen zusätzlich gewisse Aufgaben in einem Teilzeitmandat vergeben werden. Dabei stünden weniger die Aufgaben der Ortsplanungsrevision als vielmehr «die übrigen Planungsaufgaben» im Mittelpunkt.

Mandat für Gaston Barth

Auf Mandatsbasis wirkt auch der ehemalige Leiter Rechts- und Personaldienst, Gaston Barth, an der Ortplanungsrevision und «Weitblick»-Planung mit, bestätigt Lenggenhager. Bei beiden Arbeiten übernehme er die Aufgabe des Rechtsdienstes der Stadt.

«Dies hat nichts mit dem Abgang von Daniel Laubscher zu tun, sondern mit dem Wechsel von Gaston Barth zu Christine Krattiger. Gaston Barth hat schon Ortsplanungen durchgeführt und ebenso hat er grosse Erfahrungen bezüglich Prozessen und Entwicklungen sowie Verträgen mit Dritten.»

Mit der externen Vergabe werden auch Zusatzkosten fällig. Reiche doch laut Andrea Lenggenhager der bewilligte Kredit bis Ende 2016 nicht aus. Die GRK bewilligte deshalb einen Nachtragskredit.

«Einerseits, um die erwähnten zwei Mandate abzudecken, anderseits um Arbeiten auszulösen, welche dringendst nötig waren, damit der vorgegebene sportliche Termin eingehalten werden kann.»

Daniel Laubscher ist seinen neuen Job in Bern angetreten

Daniel Laubscher, der seine Stelle als Stadtplaner von Solothurn am 1. Juli hatte aufgeben müssen, konnte eine neue Stelle als Fachbereichsleiter Raumplanung bei der Regionalkonferenz Bern-Mittelland offiziell am 1. November antreten. «Die ersten Eindrücke sind positiv und bestätigen meine Erwartungen», meinte er auf Nachfrage.

In der Regionalkonferenz sind 85 Gemeinden rund um die Hauptstadt als öffentlich-rechtliche Körperschaft zusammengeschlossen und lösen ihre Aufgaben in den Themenbereichen Raumplanung, Verkehr, Kultur, Regionalpolitik und Energie gemeinsam. Als Fachbereichsleiter Raumplanung führt und leitet Laubscher verschiedene regionale Projekte und Prozesse in den Bereichen Raumplanung, Städtebau, Umwelt.

Ein grosses Thema sei die Abstimmung von Siedlung und Verkehr in der Region, das Agglomerationsprogramm. Zusammen mit dem Kanton und den Gemeinden erarbeite der Fachbereich Raumplanung Innenentwicklungsprojekte, Landschafts- und Umweltplanungen. Laubschers Bereich koordiniert die Planungen und Anliegen der Gemeinden und stimmt diese aufeinander ab. (ww)

Diese Arbeiten, die jetzt ausgelöst wurden, hätten ebenfalls «nichts mit dem Abgang von Daniel Laubscher zu tun». Es handle sich um Arbeiten, die als Grundlage für die kommende dritte Phase der Ortsplanung dienen, wie die Überarbeitung des Kulturinventars und des Naturinventars. «Dieser Kredit wurde zu knapp budgetiert», räumt Lenggenhager ein.

«Kontinuität ist sichergestellt»

Doch was ist mit diesen vergebenen Aufträgen, wenn der Posten der Stadtplanung wieder besetzt ist? Andrea Lenggenhager: «Bei den Aufträgen handelt es sich um inhaltlich und zeitlich klar abgegrenzte Arbeiten, die von den Auftragnehmern so zu Ende geführt werden, auch wenn die Stelle des Stadtplaners wieder besetzt ist.»

Weiter hält die Bauamtsleiterin fest, dass ein Ortsplanungsteam mit dem Testplanungsverfahren submittiert wurde, also im selektiven Verfahren mit Präqualifikation. Das Büro Planteam S AG, Solothurn, habe den Auftrag, das räumliche Leitbild auszuarbeiten. «Seitens der Stadt wird dieser Prozess gesteuert und geführt; diese Aufgabe liegt bei mir.»

Zusätzlich werde dieser Prozess durch eine Arbeitsgruppe begleitet. In dieser sind zwei Personen aus der Kommission für Planung und Umwelt, die zwei genannten Fachexperten, Gaston Barth sowie Mitarbeiter aus der Stadtplanung vertreten. Lenggenhager abschliessend: «Die Kontinuität ist somit sichergestellt.»