Energieforum 2018
Ex-«10-vor-10-Moderator» Klapproth: «Donald Trump lügt 5,5 Mal pro Tag»

Das Energieforum 2018 der Regio Energie Solothurn mit Stephan Klapproth und gleich zwei Preisgewinnern.

Wolfgang Wagmann
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Sie bestritten das Energieforum (v. l.) Felix Strässle, Direktor Regio Energie, Referent Stephan Klapproth, die Geschäftsleiter Marc Kurt (Brönnimann AG) und Rolf Steiner (Vogt Schild Druck AG) als Preisgewinner, und Stadtpräsident Kurt Fluri.

Sie bestritten das Energieforum (v. l.) Felix Strässle, Direktor Regio Energie, Referent Stephan Klapproth, die Geschäftsleiter Marc Kurt (Brönnimann AG) und Rolf Steiner (Vogt Schild Druck AG) als Preisgewinner, und Stadtpräsident Kurt Fluri.

Hansjörg Sahli

Es hat Tradition, das Energieforum der Regio Energie Solothurn. Und so konnte Direktor Felix Strässle einmal mehr ein treues Publikum im proppenvollen Landhaussaal begrüssen: «Ich habe da ein interessantes App», begann er, und zeigte damit als Intro auf, wie am Samstag, 6. Februar, frühmorgens die Energielieferung und Produktion aus den Nachbarländern und in der Schweiz zusammengesetzt war.

«53 Prozent des Gesamtvolumens bestand aus Atomstrom, dazu kamen Kohle- und Erdgas-Strom. Alles was wir eigentlich nicht wollen.» Nur ein «Vierteli» habe sich aus erneuerbaren Energien wie Wind- oder Solarstrom zusammengesetzt.

Es gehe also um die «Dekarbonisierung», welche die Politik fordere, um den CO2-Ausstoss klar zu senken. Aber dies sei nicht so einfach, hinterfragte Strässle kritisch das zur Abstimmung stehende Energiegesetz. «Denn leider kennen wir die Verordnung nicht.» Würde man den gesamten Heizöl- und Gasverbrauch der Stadtsolothurner Heizungen durch Stromwärmepumpen ersetzen, würde der Stromverbrauch enorm anschnellen und Millionen-Investitionen bedingen, forderte der Direktor von der Politik kein «überstürztes Vorgehen in einem religiösen Eifer».

Zappen mit Klapproth

«Hilfe, heisse Luft! Über die Klimaveränderung in der Politik und Natur!» Unter diesem pointierten Titel nahm der Luzerner Medienmann Thomas Klapproth, bekannt als «10-vor-10-Moderator», ebenso pointiert den Wechselbezug von Politik und Klimaveränderung aufs Korn. Humoresk liess er erst einmal etliche Exponenten der Schweizer Politik über die Klinge springen, die Blochersche Erbschaft der ganzen Schweiz, hinterfragt vom SVP-Parteivolk, ebenso wie Bundesrat Schneider-Ammann, der «einen Satz beginnt und nach einer Viertelstunde nicht mehr weiss wo er angefangen hat.»

Doch bald schlug Klapproth einen mit vielen Zitaten, Cartoons, Fotomontagen und Clips gewürzten Bogen zur Weltpolitik. Bestürzt zeigte er sich über den Besuch des ehemaligen Trump-Beraters Bannon, der – von Roger Köppel interviewt – die Zürcher Wirtschafts-Community in Scharen an den Anlass habe pilgern lassen. Seine scharfe Analyse zum Durchmarsch der Populisten, welche die Grundwerte der Demokratie «pulverisierten» krönte Klapproth jedoch mit einer «Würdigung» von US-Präsident Donald Trump, «dessen Skalp sich kein anständiger Indianer an den Gürtel hängen würde». Oder unter Szenenapplaus: «Dummheit grenzt an Kanada und Mexiko». Der US-Präsident negiere die Fakten, bezeichne sie als Fake News, denn: «Donald Trump lügt 5,5 Mal am Tag.»

Trotzdem habe er Erfolg, erzähle er doch eine einfache. prägnante Story, die wie jede gute Story über einen Anfang, eine Mitte, und ein positives Ende verfüge: «Make America great again.» Dagegen stellte Stephan Klapproth den Wahlkampf-Slogan von Trumps Widersacherin: «Hillary for America.» Seine Bewertung: «Gohts no!?» Aber – die Populisten seien gefährlich im Kampf gegen den Klimawandel, weil: «Die Bannons dieser Welt sind die Konsensbrecher», spielte der Medienmann auf das durch die USA aufgekündigte Klima-Abkommen von Paris an. Seine Zusammenfassung gipfelte deshalb im Zitat: «Nur wer Stroh im Kopf hat, fürchtet den Funken der Vernunft.»

Eine Erfolgsgeschichte

Damit war der Weg frei für den obligat feierlichen Schlussakt: die Vergabe des seit 2007 verliehenen Energiepreises. In seiner Laudatio würdigte Stadtpräsident Kurt Fluri das Team-Playing der beiden diesjährigen Preisträger, der Vogt Schild Druck AG und der Brönnimann Industrielackierwerke AG in Derendingen. «Sie zeigen, dass man zusammen etwas für das Klima bewirken kann», liess Fluri einen illustrativen Film zu den Bemühungen der beiden Firmen um das nachhaltige Energiesparen folgen. Die Peise nahmen die Geschäftsführer Rolf Steiner für die Vogt Schild Druck AG und Marc Kurt für die Brönnimann AG entgegen.