Wenn der Mann im Mond von Plakaten und Prospekten strahlt, so ist wieder Kulturnacht angesagt. Und diese Konstellation, die alle zwei Jahre eintritt, zeichnet sich heuer zum fünften Mal am Solothurner Nachthimmel ab: Am Samstag, 29. April, laden über 30 Veranstalter zum Kulturgenuss ein – in Form von Theaterkultur, Musik, Sprechkunst, Infotainment und vielem mehr.

Während die einen sich bei ihrer Auswahl traditionsgemäss treiben lassen, sich en passant in den Gassen Tipps einholen oder gerne auch mal einen durstlöschenden Rasthalt einlegen, planen sich andere ihr Abendprogramm strikt durch.

Und das zum Bersten volle Programmheft macht beides möglich: Das Organisationskomitee mit Eva Gauch (Leitung und Sponsoring), Christoph Rölli (Kommunikation), Peter Keller (Administration/Geschäftsstelle), Pipo Kofmehl (Logistik) und Jean Claude Käser (Beisitz) verfolgt das Wachstum mit Freude.

«Wir haben nicht mehr Lokalitäten als sonst, aber diese sind dichter bespielt», sagt Eva Gauch – so dass die Kulturnacht (vor allem im Programmsegment für Kinder) bereits um 13 Uhr beginnt. Ansonsten starten die meisten Aktivitäten ab 17 Uhr. «Erfahrungsgemäss hatten wir jeweils schon ab 18 Uhr gute Publikumszahlen», weiss dazu Peter Keller aus Vorjahren.

Doch der «Dichtestress» soll die Besucher der Kulturnacht deswegen keineswegs ereilen. Neben dem Kulturkonsum besteht auch Raum für Verpflegungspausen, «und weil das Programm früher anfängt, wird es so auch entspannter, diese Pausen einzulegen.» Dazu spannt das OK in diesem Jahr erstmals mit Gastropartnern zusammen, die ihre warme Küche fürs Kulturnacht-Publikum länger anbieten.

Hinter verschlossenen Türen

Niederschwelligkeit soll auch im 2017 im Zentrum stehen: So kommt man wieder in konzentrierter Form ohne Schwellenängste vielfältig mit Kultur in Kontakt. Dies gilt insbesondere für jene Orte, zu denen der Zugriff üblicherweise verwehrt bleibt: So kann eine Auswahl jener rund 4000 Kunstwerke besichtigt werden, die sich im Besitz des Kantons befinden und neu kuratiert und mit Konzept im Rötihof zu sehen sein werden.

Oder dann lädt der Bahnhistorische Verein anlässlich der 100-Jahr-Feierlichkeiten der RBS auf Nostalgiefahrten ab Hauptbahnhof nach Lohn-Lüterkofen und retour ein. Weiter wird dem neugierigen Publikum auf Führungen das Innere des Solothurner Rathauses näher gebracht.

Oder dann veranstaltet der Verein Café Philo eine Diskussionsrunde zu politischer Philosophie im Kantonsratssaal. Auch die frisch renovierte Krone – oder eben «La Couronne» – wird Teil des Kulturnachtprogramms: mit einer Erlebniszeitreise in frühere Epochen seines Betriebs. «Neben theatralen und musikalischen Elementen dürfte dieser Einblick auch architektonisch interessant sein», verrät Peter Keller.

Aus Freude am vollen Haus

«Es ist und bleibt eine Herausforderung, die einzelnen Programmpunkte auf hohem Niveau zu halten», sagt Gauch nach vier Durchführungen. So gebe es schon Veranstalter, die wiederkehrend ähnliche Programminhalte bieten. Aber der Wille, sich stets neu zu erfinden, sei ebenfalls sehr stark. Dies, obwohl die Kulturnacht für viele Veranstalter ein Minusgeschäft sei, wie Keller ausführt: «Sie machen einfach mit – aus Freude am vollen Haus.»

Eingriffe seitens OK auf das Programm seien indes nicht nötig, lediglich organisatorische Absprachen brauche es allemal nach wie vor. «Das gelingt gut», sagt Gauch. Ebenso sei es aber auch wichtig, jeweils eine Stilbreite ab Kindesalter bis 99 anzubieten. «Diese macht die Kulturnacht attraktiv», sagt Gauch.

Die Kulturnacht setzt dazu schon beim nachmittäglichen Kinderprogramm mit Kinoveranstaltungen, Figurentheater und mehr an, das die «Kulturkonsumenten von übermorgen» anpeilt. Was das «Publikum von morgen» angeht, sieht es etwas harziger aus: «Die Nachfrage bei Jugendlichen ist nicht sehr gross. Erst ab 25 vermag die Kulturnacht wieder breiter zu begeistern», so Gauch. Aber einen anderen Anspruch habe man auch nicht.

Und zuletzt soll der Anlass auch nicht neu erfunden werden: Ideen, aus der Kulturnacht eine Doppelnacht werden zu lassen, werden nicht weiter verfolgt. «Da stünden Aufwand und Ertrag in keinem vernünftigen Verhältnis», sagt Gauch.

Ebenso wenig wird eine jährliche Durchführung angestrebt, wie Christoph Rölli erklärt: «So bleibt uns der ‹Schnuuf› – und der Anlass wird nicht zur Pflichtübung auf unserer Pendenzenliste.» Auch sei die Vorfreude so ungemein grösser, meint Gauch.

Vorverkauf: www.starticket.ch
Weitere Infos zum Programm: www.kulturnacht-solothurn.ch